Schwalben bringen uns Menschen Glück – wir machen es ihnen aber nicht leicht!

13. April 2022 : Die ersten Schwalben sind im Landkreis Altötting eingetroffen und beziehen ihre schon oft über viele Jahre hinweg genutzten Nester in Ställen, unter Torbögen oder an Dachüberständen. Sie kehren nämlich jedes Jahr zu ihrem angestammten Brutplatz zurück, denn das ist viel einfacher, als ein neues Nest bauen zu müssen und spart Energie.
Schwalben - Bild 1.jpg

Die ersten Schwalben sind im Landkreis Altötting eingetroffen und beziehen ihre schon oft über viele Jahre hinweg genutzten Nester in Ställen, unter Torbögen oder an Dachüberständen. Sie kehren nämlich jedes Jahr zu ihrem angestammten Brutplatz zurück, denn das ist viel einfacher, als ein neues Nest bauen zu müssen und spart Energie.

Vor allem auf Bauernhöfen im ländlichen Bereich sind Rauch- und Mehlschwalben nicht wegzudenken, denn hier ist das Umfeld noch strukturreich und sie finden genug Material um ein Nest zu bauen oder auszubessern und genug Nahrung, um die hungrigen Mäuler ihrer Jungen zu stopfen. Laut Deutschem Volksmund sollen Schwalben die Höfe, unter deren Dächern sie brüten, vor Blitz, Hagel, Sturm und anderem Unheil schützen.

Aber die Schwalben haben es bei uns zunehmend schwerer. Viele landwirtschaftlichen Gebäude, in denen sie ihre Nester haben, werden abgerissen oder umgebaut und sie werden somit „ausgesperrt“. Werden ihnen nicht rechtzeitig vor dem Umbau geeignete alternative Brutplätze angeboten, werden diese „Glücksbringer“ langfristig von der Hofstelle verschwinden. Auch in Städten sind Schwalben heute nur noch selten anzutreffen. Fassadensanierungen und die damit einhergehende Beseitigung der Nester sind Ursachen ihres Verschwindens.

Rauch- und Mehlschwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Beseitigung ihrer Nester ist verboten. Dennoch sind die Bestandszahlen in Deutschland in den letzten Jahren so stark gesunken, dass beide Arten auf der Roten Liste der bedrohten Arten geführt werden. Moralisches aber auch rechtliches Gebot ist es daher, Schwalbennester nicht abzuschlagen. Eine Hilfe sind dagegen Lehmpfützen, die das Sammeln von Baumaterial ermöglichen, und kleine Brettchen unter dem Dachvorsprung an der Wand, die eine sichere Unterlage für Nester bieten. Ein schräges Brett mind. 50 cm unterhalb des Nestes hilft gegen den Kot.

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Altötting kartiert das Vorkommen der Schwalben im Landkreis. Neben Beratung bei Fragen werden als Unterstützung auch Kunstnester als Nisthilfen für Mehlschwalben kostenlos angeboten. Bei Interesse können Sie sich an Frau Dr. Dorothea Friemel von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Altötting wenden (Tel: 08671 502 763, E-Mail: Dorothea.Dr.Friemel@lra-aoe.de).

 


Bild 1: Die Jungvögel in den Kunstnestern für Mehlschwalben zeigen, dass diese Nester gerne und erfolgreich angenommen werden. (Foto: Dr. Dorothea Friemel)
Bild 2: Einfache Nisthilfen für Mehlschwalben. Links ein Brett, auf dem die Schwalben mit Lehmklumpen ihr eigenes Nest gebaut haben. Rechts zwei Kunstnester, die ebenfalls angenommen werden. (Foto: Dr. Dorothea Friemel)