Blattläuse (© Pitiopia / Hans-Jürgen Zietz, 2010)

Blattläuse an Gartengewächsen

Nach den Schnecken sind wohl die Blattläuse die schlimmsten Feinde des Gartenfreundes. Die lange Frostperiode des letzten Winters dürfte die Blattlauspopulation zwar dezimiert, aber bestimmt nicht vernichtet haben.
Alle 850 Blattlausarten, die in Mitteleuropa vorkommen, ernähren sich vom Saft der Pflanzen. Dabei scheiden sie eine Zuckerlösung aus, die andere Insekten anlocken. Durch ihre Saugtätigkeit verfärben sich die Blätter und rollen sich zusammen. Das sieht meistens viel schlimmer aus, schadet der Pflanze in der Regel nicht, vor allem nicht den älteren Gehölzen. Betroffen sind im Frühjahr meist die jungen Blätter an den Triebspitzen, die durch die weitere Neutriebbildung bald verdeckt werden.

Wann müssen wir Läuse bekämpfen?
Bei älteren, größeren Bäumen, Sträuchern und robusten Rosensorten ist eine Bekämpfung nicht nötig. Diese Pflanzen überstehen einen Blattlausbefall ohne Schaden zu nehmen. Etwas anderes ist es bei jungen Obstbäumen, Neupflanzungen von Laub- und Nadelgehölzen und Rosensorten, deren Widerstandskraft gegen Blattlausbefall zu gering ist. Hier wäre es ratsam, gegen die Blattläuse vorzugehen.

Wie kann man Blattläuse umweltschonend bekämpfen?
Bereits jetzt sind an gefährdeten Pflanzen Kontrollen durchzuführen. Denn zurzeit schlüpfen die Stamm-Mütter, die bald täglich Jungläuse gebären. Diese Jungläuse sind nach ein paar Tagen erwachsen und können wiederum  Nachwuchs zur Welt bringen.
Sobald Stamm-Mütter und Jungläuse auftreten, sollte man sie zerdrücken oder mit einem scharfen Wasserstrahl fortspülen. Sind diese Schädlinge einmal am Boden, können sie ohne fremde Hilfe nicht mehr auf die Bäume. Am Stamm angebrachte Leimringe verhindern, dass Ameisen die Blattläuse auf die Bäume bringen, um bei ihnen den begehrten Honigtau melken zu können. Soweit möglich sind die eingerollten Blätter bei jungen Obstbäumen, Neupflanzungen und Rosen zu entfernen.
Spritzmittel sollten im Hobbygartenbau nicht zum Einsatz kommen. Die Blattläuse sind im Naturkreislauf ein wichtiges Nahrungsmittel für Nützlinge, wie Marienkäfer, Florfliege, Schwebfliege, Spinnen, verschiedene Käferarten und viele mehr. Vögel füttern ihre Jungbrut und alle diese Nutznießer würden durch die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln  Schaden erleiden oder sogar sterben.
Selbst die Anwendung reiner Bio-Präparate wie Kaliseifen sind problematisch, da diese Kontaktmittel nur helfen, wenn die Blattläuse direkt  besprüht werden. Was fast unmöglich ist, wenn sie im eingerollten Blatt geschützt sind.
Verwendet man robuste und widerstandsfähige Pflanzenarten, die durch gezielte Düngung ausreichend ernährt sind, hat man keine Blattlausprobleme. Ein gewisser Blattlausbefall ist für andere Tierarten wichtig und sollte somit  akzeptiert werden.