Bodendecker im Garten

Bodendecker bereichern schattige Standorte

In den letzten Jahren hat die Verwendung von gehäckselter Rinde, Rindenmulch oder auch Kies als Mulchschichten in unseren Gärten erheblich zugenommen. Das Mulchen von neuen Stauden- und Gehölzpflanzungen hat vor allem den Sinn, den Boden zu beschatten, ihn vor dem Austrocknen zu schützen, den Unkrautwuchs zu hemmen und der Pflanze am neuen Standort einen guten Start zu geben. Geeignet dafür sind gehäckselte Rinde und Rindenmulch. Kiesabdeckungen heizen sich bei der sommerlichen Sonneneinstrahlung zu sehr auf und die abgehende Strahlungswärme kann die Pflanzen schädigen.

Allerdings sieht man auch bei älteren Strauchpflanzungen oftmals den Boden fein säuberlich gemulcht, was für das Gedeihen der Gehölze keinen Vorteil bringt, sondern meist aus einem falschen Ordnungs- und Sauberkeitssinn resultiert. Diese Flächen, die durch die darauf stehenden Gehölze beschattet werden, sind ein Standort für viele niedrige Pflanzenarten, die nur hier richtig gut gedeihen. Solche Stauden oder niedrigen Gehölze flächig verwendet sind die besten Bodendecker, die einerseits den Boden schützen und andererseits noch mehr Leben in eine Gehölzfläche bringen. Die Gärten eingrünenden Gehölzstreifen sind vergleichbar mit natürlich gewachsenen Waldrändern, die sich in drei Zonen aufbauen, die Krautzone, die Strauch- und die Baumzone. Die Krautzone zeichnet sich vor allem in lockeren Mischwäldern durch Frühjahrsblüher, wie das Leberblümchen, Waldvergißmeinnicht, Schneeglöckchen, Christrose und die Frühjahrsanemone, sowie verschiedene Farne und Moose, Beerenpflanzen, wie Brombeeren, Preiselbeeren, Himbeeren und die Walderdbeere und viele andere Stauden aus. Sobald man den Boden einer geschlossenen Gehölzfläche unbearbeitet, also in Ruhe sich selbst überlässt, werden einige Wildstauden durch Wind- und Vogeleintrag von alleine wachsen und bald ganze Flächen zuwachsen.

Man kann natürlich durch Pflanzung von verschiedenen schattenliebenden Stauden den Vorgang beschleunigen. Eignen würden sich u.a. außer den bereits genannten Stauden verschiedene Asterarten, das Pfennigkraut, die kriechende Golderdbeere, Waldsteinia, kleeblättriges Schaumkraut, europäische Haselwurz, Elfenblume, Goldnessel, Waldgeißblatt, verschiedene Funkienarten, Johanniskraut, verschiedene Primelarten und noch vieles mehr. Am Rande einer Hecke wäre die Auswahl fast unbegrenzt, weil hier alle Stauden für den Halbschatten mit verwendet werden können. Ein buntes Blütenmeer während der ganzen Vegetationszeit würde die Rasenfläche von den blühenden und fruchtenden Sträuchern der Hecke abgrenzen, den Garten lebendiger, natürlicher und erlebnisreicher machen. Solch gestaltete Flächen sind auch pflegeleichter, da weder Mulch aufgebracht, noch gehackt, gejätet oder gedüngt werden muss. Unliebsame Wildkräuter haben eigentlich keine Chance und wenn doch, sind sie auf Grund der Pflanzenvielfalt nicht zu sehen. Im späten Herbst können diese Stauden mit einem hochgestellten Rasenmäher abgemäht werden. Das zerhackte Mähgut bleibt zum Teil liegen, schützt den Boden und bringt Nährstoffe ein.

Eine Krautschicht hat gegenüber von Mulchschichten noch weitere Vorteile. Durch die vermehrte Blattmasse wird zwar wenig aber immerhin Sauerstoff erzeugt und die Luft gereinigt. Vor allem für die heimische Tierwelt ist diese bodendeckende Krautschicht eine Aufwertung des Gartens. Hier finden sie alles, was sie in gemulchten Gartenböden vermissen. Viele Tierarten wie Käfer, Würmer, kleine Nagetiere, Eidechsen, Igel haben hier ihren Unterschlupf und Wohnraum, für andere Tiere, vor allem für die Singvögel, ist das ein Futterplatz. Eine Fläche, die lebt, Leben unterstützt und einen Beitrag für Natur- und Umweltschutz leistet.