Blumenbeet (© Corel Gallery)

Das Blumenbeet zum Ernten

Immer häufiger tritt die Frage auf, wie man in einem kleinen Garten, der bunt blühen soll, auch Gemüse und Kräuter anbauen kann? Die Antwort wäre, dass man von der gängigen Gartenaufteilung in Rosen-, Blumen-, Stauden- und Gemüsebeete abrücken muss. Im Mittelalter waren die Menschen Selbstversorger und bauten in ihren Gärten nur Gemüse und Heilkräuter an. Aber so manche schöne Blume, die zum Schmücken der Kirche benötigt wurde, kam dazu. In den Jahrhunderten veränderte sich die Gartennutzung, bis aus dem Selbstversorgergarten ein reiner Präsentationsgarten wurde.

Blühende Gärten erfreuen uns immer noch. Aber der Wunsch, in unseren Erholungsgärten auch Pflanzen für das leibliche Wohl anzubauen, ist in den letzten Jahren wieder gestiegen. Wenn man bei  Kräutern und Gemüse nicht nur den Nutzen sieht, sondern vor allem die Schönheit der Pflanzen betrachtet, ist es leicht, auch im kleinsten Garten einen Platz zu finden. Kräuter, Blütenstauden und Rosen ergänzen sich nicht nur in ihrer Blütenpracht, sondern können sich gegenseitig bei der Abwehr von Krankheiten und Schädlingen helfen. Eine der bekanntesten Kombinationen sind Rosen mit Lavendel. Das Graublau des Lavendels hebt die bunte Farbenpracht der Rosenblüten und der Duft des Lavendels soll Läuse vertreiben.

Aber auch Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Kerbel, Thymian, Zitronenmelisse, Waldmeister, Ringelblumen und viele mehr haben bereits einen festen Platz im Blumenbeet vor der Terrasse und erfreuen den Gartenbesitzer mit ihren Düften und Blütenfarben. Wir sollten keine Hemmungen haben, auch Kräuter wie Schnittlauch mit seinen lilarosafarbenen Blüten, Petersilie und gelbe Rüben mit ihrem feinen und filigranen Laub und Lauch mit seinen blauen Blüten als dekorative Pflanzen zu verwenden. Schnittlauch kann man nicht nur als Einzelpflanze, sondern auch als Beeteinfassung verwenden.

In den Gartenschauen werden oftmals die verschiedensten Salatarten bewundert, die sich in Blattfarben und –formen unterscheiden. Experimentier-freudige Gartler gruppieren zu Blütenstauden und Rosen auch Blattgemüse. Mangold und Rhabarber sind nicht nur für die Küche interessant, sondern auch in Verbindung mit Rittersporn, Rosen, Mohn, Katzenminze und vielen anderen Prachtstauden. Auch Borretsch, Dill, Gartenfenchel, Liebstöckel, Kerbel, Paprika, bestimmte Tomatenarten, Auberginen, Majoran, Pfefferminze, Porree, Sauerampfer und verschiedene Pflücksalate lassen sich in farbenfrohe Staudenbeete eingliedern.

Ein Versuch ist es immer wert. Wenn das Ergebnis nicht zufrieden stellt, ist es leicht, nach der Ernte die Lücke mit einer anderen Kultur zu schließen. Oft entstehen durch solche Versuche Pflanzenkombinationen, die in ihrer Art und Ausstrahlung verblüffen.