Birnengitterrost (© C. Jobst)

Der Birnengitterrost

An vielen Birnbäumen sind seit Wochen die Blätter auf der Oberseite übersät mit leuchtend orangefarbenen bis tiefroten Flecken. Für manche Gartenbesitzer ist dieser Anblick besorgniserregend, da sie diese feuerroten Verfärbungen sofort mit dem meldepflichtigen Feuerbrand in Verbindung bringen. Feuerbrand ist eine bakterielle Erkrankung, dessen Erscheinungsbild keinesfalls einen Bezug auf seinen Namen zulässt.

Bei unserem Krankheitserreger mit dem signalfarbenen Schadbild handelt es sich um einen Pilz, um den Gitterrost, der vor allem an Birnbäumen sehr häufig vorkommt. Ab Mitte Mai entstehen auf den Blattoberflächen anfänglich gelbe, später leuchtendorange bis feuerrote Flecken. Ab Juli bilden sich gelbbraune bis schmutziggraue geschwulstartige Wucherungen, die wie kleine Tropfsteine an der Blattunterseite hängen. Das sind die Sporenlager, die im September aufreißen und gitterartige Häubchen bilden und der Pilzkrankheit seinen Namen gibt – Gitterrost.

Der Pilz überwintert auf Zwischenwirtspflanzen, die zur Familie der Wacholder gehören. Insbesondere sind es Juniperus sabina, J. media und J. chinensis. Der Pilz verursacht auf den Wacholdertrieben krankhafte Wucherungen, die sich im Frühjahr zu orangefarbenen, gallertartigen Sporenlagern entwickeln. Die Triebteile oberhalb dieser schleimigen Infektionsstellen sterben meistens ab. Die Sporen werden im Frühjahr abgestoßen und durch den Wind auf die Birnenblätter übertragen, wo sie in kurzer Zeit in das Blatt eindringen und ein Pilzbefall des Baumes von neuem beginnt. Temperaturen und Niederschläge sind für die Stärke des Befalls ebenso verantwortlich.

Ein Wacholder, der vom Birnengitterrost einmal befallen wurde, bleibt zeitlebens ein Träger dieser Krankheit. Auf einem Birnbaum kann sich der Schaderreger nur während einer Wachstumsperiode halten.

Als Maßnahmen zur Bekämpfung des Birnengitterrostes wurde immer empfohlen, Wirtspflanzen in der Nähe von Birnbäumen zu entfernen. Die Sporen werden durch Wind und Insekten allerdings über größere Entfernungen transportiert. An Gitterrost erkrankte Wacholderpflanzen sind aber auf alle Fälle zu beseitigen. Beim Birnbaum kann man durch einen lockeren Kronenaufbau ein rasches Abtrocknen der Blätter erreichen, was eine Infektion durch den Gitterrost erschwert. Bei leichtem Befall oder jungen Bäumen sollte man die erkrankten Blätter entfernen, die wie das herbstliche abgefallene Laub nicht kompostiert werden sollen. Eine chemische Bekämpfung des Erregers am Birnbaum  bringt wenig, beim Wacholder bleibt sie sogar ohne Erfolg.