Der Gemüsegarten im Herbst

Jedes Jahr im Herbst, wenn die Beete im Gemüsegarten abgeerntet sind und der Winter vor der Tür steht, stellt sich die Frage: Muss ich meine Beete umgraben oder nicht?

Diese Frage kann sich jeder Gartenbesitzer selbst beantworten, wenn er folgende Kriterien an seinen Boden stellt.

Der Boden soll ein ausreichendes Wasserhaltevermögen besitzen. Er muss außerdem gut durchlüftet und keinesfalls verdichtet sein. Ein hoher Humusanteil ist genauso wichtig für die Fruchtbarkeit des Bodens, wie eine krümelige Struktur. Das früher generell übliche Umgraben mit dem Spaten oder mit der Grabgabel fördert tiefer liegenden, meist nährstoffreicheren Boden an die Oberfläche, der durch den Winterfrost eine gute Krümelstruktur erhält.  Dieses Umgraben ist vor allem bei schweren, zur Verdichtung neigenden Ton- und Lehmböden notwendig, um den Boden zu lockern und die Frostgare zu nutzen. Das Umgraben erfolgt dabei bis in eine Tiefe von etwa 25 cm und möglichst spät im Jahr.

Auf mittleren und leichten Böden ist die Einsaat winterharter Gründüngungspflanzen im Herbst und eine oberflächliche Bodenbearbeitung im Frühjahr dem Umgraben vorzuziehen. Diese Bearbeitung erhält die in diesen Böden meist vorhandene gute Bodenstruktur. Zur Vorbereitung der Saat  wird der Oberboden nur einige Zentimeter tief gelockert und dann fein gekrümelt. Dazu eignet sich eine Grabgabel, ein Krail oder ein Kultivator. Mit dem Rechen wird nach der Saat die Bodenoberfläche geglättet. Die Gründüngung ist eine hochwirksame Humuskur, die unsere Gartenböden regeneriert und zusätzlich mit neuem Humus versorgt. Die Wurzeln dieser Pflanzen lockern den Boden auch in tieferen Schichten. Außerdem wird mit ihrer Blatt- und Wurzelmasse das Bodenleben gefördert und aktiviert. Die bodenphysikalischen Eigenschaften werden verbessert. Die Grüneinsaat im Herbst lässt man bis nach dem Frost stehen und arbeitet sie im zeitigen Frühjahr ungefähr 1 bis 2 Wochen vor der neuen Kultur ein. Unter anderem eignen sich zur Gründüngung winterharte (Spinat, Winterwicke, Inkarnatklee, Perserklee, Luzerne, Roggen, Winterraps) und nicht winterharte Arten (Phazelia, Gelbsenf, Hafer, Ölrettich, Lupinen, Erbsen und Wicken). Auch ohne Grünansaat sollte der Boden im Winter bedeckt sein. Mulchmaterial wie Laub und Stroh kann man dazu verwenden.

Die jährlichen Kompostgaben, über die der Boden viel von dem zurück bekommt, was durch die Ernte oder sonstigen Entzug entnommen wurde,  geben wir am besten zum Kulturbeginn im Frühjahr. Dadurch wird verhindert, dass über den Winter wertvolle Nährstoffe ausgeschwemmt werden.