Pfirsichbaum mit Früchten

Der Pfirsich erfreut sich wachsender Beliebtheit

In China ist der Pfirsich seit 4.000 Jahren bekannt und gilt dort als Symbol der Unsterblichkeit. Seit mehr als tausend Jahren wurde der Pfirsich im Mittelmeerraum eingebürgert. Wegen seines saftigen, wohlschmeckenden und erfrischenden Fruchtfleisches nimmt der Anbau von Pfirsichen in Europa seit Jahrzehnten beständig zu. Auch in den Gärten behauptet der Pfirsich immer mehr seinen Platz, am liebsten als Spalierbaum an einer windgeschützten Südseite des Hauses. Obwohl der Pfirsich nicht zum heimischen Obst zählt, bereichert er die Vielfalt unserer Gärten und trägt als Wandspalier zu einer positiven Grüngestaltung bei.

Der Pfirsich bevorzugt leichte, sandhaltige Humusböden mit begrenztem Kalkgehalt mit einem ph-Wert von ca. 7,0. Die Klimaansprüche sind hoch und er verlangt viel Wärme. Er ist ein Baum, der bis zu acht Metern hoch werden kann und durch seine Zweige auffällt, die auf der Sonnenseite rot sind. An den geraden Langtrieben sitzen schmale, lanzettlich aussehende Laubblätter. Pfirsichbäume verkahlen leicht von innen heraus. Sie brauchen somit einen regelmäßigen Rückschnitt, um möglichst lang im Ertragsstadium zu bleiben. Die Blütezeit beginnt bei manchen frühen Sorten und warmen Standorten bereits Ende März bis in den April hinein. Dadurch ist die Blüte durch Spätfröste gefährdet. Weinbauklima ist für den Anbau von Pfirsichen optimal. Die Steinfrucht ist meist kugelig und hat eine Längsfurche. Das saftige und aromatische Fruchtfleisch wird von einer dicken, glatten, meist von einer samtigen Behaarung bedeckten Schale umgeben.

In erster Linie wird der Pfirsich für den Frischmarkt angebaut. Allerdings müssen die empfindlichen Früchte im harten Zustand geerntet werden, damit sie den Transport unbeschädigt überstehen. Leider reifen die Früchte nicht vollkommen nach, wodurch das Pfirsicharoma nicht so stark ausgeprägt ist. Aromatische und saftreife Pfirsiche lassen sich eigentlich nur im eigenen Garten ernten.

Extreme Winterfröste, die länger anhalten, schädigen das Wurzelwerk und den Baum. Normale Winterfröste an windgeschützten Lagen halten verschiedene  Pfirsichsorten aber leicht aus. Pfirsiche werden sogar im hohen Norden in Norwegen in den Fjorden angebaut, die der Golfstrom beeinflusst.

Eine der bekanntesten Sorten ist Redhaven, ein später Pfirsich mit einer mittelgroßen bis großen, purpurfarbenen Frucht. Das Fruchtfleisch ist zart und saftig, mit einer frischen Säure, wohlschmeckend und gut steinlösend. Andere Sorten, die auch in unserem Klimabereich verwendet werden können, sind Große Mignonne, Kernechter vom Vorgebirge, Mayflower, Proskauer, Rekord aus Alfter, Sieger, South Haven und Starking Delicious. Die meisten Pfirsichsorten sind selbstfruchtbar. Sie werden durch Wind und Insekten ausreichend befruchtet. Die Nektarine ist eine Mutation des Pfirsichs mit glatter Haut.

Obwohl der Pfirsich auf Grund seiner klimatischen Bedürfnisse und seiner Herkunft nicht gerade zu den heimischen Obstarten zählt, kann man ihn bei entsprechenden Bodenverhältnissen und an sonnigen, windgeschützten Mauern problemlos in unserer Gegend pflanzen. Freistehende Pfirsichbäume haben durch Wind und Fröste immer schlechtere Bedingungen. Die Pfirsiche als Spaliere teilen sich die Häuser, Mauern und Wände mit anderen empfindlicheren Obstarten wie Aprikose, Süß- und Sauerkirsche, Birne und Kiwi.