Weinrebe in der Gartenlaube

Die Weinrebe (Symbol für Romantik und Gemütlichkeit)

Keine andere Pflanze verkörpert Ruhe, Beschaulichkeit, Romantik und auch Geselligkeit so sehr wie die Weinrebe. Gemütlich in einem Weinberg sitzen, zu zweit oder mit Freunden an einem Tisch, ein Glas Wein in der Hand und eine kleine Brotzeitplatte vor sich, so stellen sich manche die ultimative Erholung vor und auch viele Urlaubsregionen werben mit solchen Bildern. Warum davon nur träumen, wenn man im eigenen Garten mit einigen Ideen und wenig Aufwand eine solche weinselige Atmosphäre schaffen kann.

Die klimatischen Verhältnisse im Landkreis Altötting sind für den Anbau von Wein für den Erwerbsanbau nicht gegeben, allerdings für den Hobbybereich ausreichend. Die Weinrebe gedeiht an klimatisch geschützten Stellen auch bei uns, bringt allerdings nicht den Ertrag und auch nicht die Fruchtqualität, um hochwertigen Wein erzeugen zu können, mit dem man sich auf dem Markt behaupten könnte. Der private Gartenbesitzer hat aber nicht die Zwänge, Qualität und Quantität zu erhalten, sondern er will mit den Weinreben einen gemütlichen Sitzbereich im Freien schaffen. Und wenn er zusätzlich noch schmackhafte Trauben zum Verzehr ernten kann, hat er sein Ziel erreicht. Mit Weinreben kann man das eigene Wohnumfeld mit geringem Aufwand ästhetisch und auch ökologisch aufwerten. Geschützte kahle und eintönige Fassaden werden durch die Berankung mit Weinreben ansprechender und auch ein Sitzplatz unter einer Pergola profitiert von der Ausstrahlung von Weinreben.

Die Herkunft des europäischen Weinstockes (Vitis vinifera) soll in Armenien gewesen sein. Geschichtlich fundiert ist, dass während der römischen Herrschaft Weinreben bis an die nördlichen Grenzen von Europa angesiedelt wurden. An den Hängen der Donau nähe Regensburg wird immer noch Wein angebaut und auch erzeugt. Siedlungs- und Hofnamen wie Weingarten zeugen davon, dass während der Besiedelung auch im Holzland Wein angebaut wurde. Weinreben bevorzugen nährstoffreichen, warmen und durchlässigen Boden, kommen aber auch auf armen Kies-, Gesteins- und Sandböden zurecht. Nasse Böden sind aber ungeeignet. Ein warmes und mildes Klima mit begrenzten Niederschlägen zeichnet ein Weinbauklima aus. Viele Weinreben gedeihen aber auch in schlechteren klimatischen Verhältnissen, wenn sie geschützt als Spalier an Südwänden oder im Innenhof gepflanzt werden.

Die Weinreben brauchen etwas Pflege. Durch einen regelmäßigen Schnitt werden die Weinstöcke nicht nur am Spalier oder an der Pergola gezogen, sondern auch für lange Jahre ertragsfähig gehalten. Durch eine mit dem Boden abgestimmte Düngung kann man den Nährstoffbedarf der Pflanze abdecken.

Mit dem Begriff Weinreben assoziiert man in erster Linie wohlschmeckende erfrischende Früchte und stimmungsvolle Getränke. In der mediterranen Küche werden aber auch Weinblätter zum Einwickeln von Speisen, Schafskäse, gekochtem Reis und vieles mehr verwendet. Am wenigsten denkt man daran, dass die verschiedenen Pflanzenteile auch in der Heilkunde verwendet werden. Die Blätter haben heilende Wirkung bei Rheuma, Geschwüren, Ekzemen, eiternden Wunden, Hautunreinheiten und vieles mehr. Die Blüten sind Nerven stärkend. Reife Trauben helfen bei Leberleiden, Verstopfungen, Fettleibigkeit und sind blutbildend, aufbauend und blutreinigend.

Was ist entspannender, als im eigenen Garten in einer lauen Sommernacht in der Pergola mit guten Freunden einen Blauen Spät-Burgunder aus Franken zu genießen, gut beschirmt von Gelben Muskateller-Trauben, die auf einen herunterhängen.