Düngung ist wichtig - aber bitte gezielt!

Düngung - auch Pflanzen brauchen etwas zum Essen

Bei vielen Gartenbesitzern herrscht die Meinung, dass sich Pflanzen durch den natürlichen Kreislauf selbst ernähren. Durch Fallobst, Laub und abgestorbene Pflanzenteile erzeugen viele Kleinlebewesen Nährstoffe, die den Pflanzen wieder zur Verfügung stehen. Ein uraltes Prinzip des Recyclings.  Leider hat der Mensch durch die Nutzung seines Gartens diesen Naturkreislauf unterbrochen.  Wir ernten, pflücken Blumen und säubern unsere Gärten. Peinlichst genau wird im Herbst das herabfallende Laub zusammengerecht, Staudenrabatte geschnitten und entsorgt. So entziehen wir dem Garten viele Rohstoffe, die er für seine eigene Ernährung benötigen würde.

Damit unsere Balkonblumen kräftig blühen und uns erfreuen, werden sie regelmäßig gedüngt. Auch unsere Gemüsegärten vergessen wir nicht, wir wollen schließlich etwas ernten; umso mehr umso besser. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Gemüsegärten im Landkreis Altötting zu über 90 %  um ein vielfaches mit Phosphat überdüngt sind. Das ergaben Bodenprobenaktionen unserer Gartenbauvereine.

Stiefmütterlich dagegen behandeln wir unsere Obstbäume, unsere Beerensträucher und unsere Gehölzhecken. Erst wenn das Wachstum stagniert, die Blühwilligkeit nachlässt, Früchte klein bleiben und die Erntemengen dauerhaft zurückgehen, erinnern wir uns, dass auch diese Pflanzen Nährstoffe brauchen, und zwar Stickstoff für das Längen- und Blattwachstum, Phosphor für Blüten- und Samenbildung und für das Wachstum der Wurzeln. Kalium ist wichtig für die Steuerung des Wasserhaushaltes in der Pflanze, es festigt das Gewebe, erhöht die Frosthärte und steigert das Aroma in Obst und Gemüse. Magnesium und Eisen ist Bestandteil des Blattgrüns. Kalk ist in den Böden im Landkreis Altötting in der Regel ausreichend vorhanden.

Die Antwort auf die Frage, was ich düngen soll, liefert uns eine Bodenuntersuchung, deren Ergebnis uns Aufschluss über den Nährstoffhaushalt im Boden gibt. Mit einer gezielten Düngung, ob mit Kompost, organischen oder auch mineralischen Dünger, können wir für eine ausgewogene Ernährung sorgen.
Der richtige Zeitpunkt zum Düngen ist bei fast allen Kulturen das Frühjahr, März und April. Aber gerade Obstgehölze, Beerensträucher, Rasenflächen und viele Zwiebel-, Knollen- und Staudenpflanzen benötigen auch im August und September noch eine Düngergabe.

Pflanzen brauchen Nahrung, damit sie wachsen können, neue Blätter, Blüten und Früchte  bilden können. Richtig ernährte Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten und werden seltener krank