Obsthorde aus Holz (© C. Jobst

Ernten und Lagern von Obst

Trotz des schlechten Wetterverlaufes in diesem Jahr, der Pilzkrankheiten und des Schädlingsbefalls, haben einige Apfel- und Birnbäume einen guten Behang. Standort, Bodenbeschaffenheit und vor allem die Sortenwahl sind ausschlaggebend, ob ein Obstbaum auch in extremen Jahren trägt.
Obst ist ein wichtiger Bestandteil in unserer Ernährung und fördert die Gesundheit durch seinen Gehalt an Säuren, Zuckern, Vitaminen, Pektinen, Mineral- und Ballaststoffen. Im eigenen Garten können wir die Früchte im besten Reifezustand ernten. Beeren und Steinobst, aber auch frühe Apfel- und Birnensorten ernten wir genussreif für den Frischverzehr oder verarbeiten sie sofort zu Gelee, Marmeladen oder Eingewecktem.

Viele Gartenbesitzer haben aber auch späte Sorten gepflanzt, um während des Winters eigenes frisches Obst essen zu können. Winteräpfel und -birnen werden am Baum nicht essreif geerntet und sind erst nach einer entsprechenden Lagerdauer für den Frischverzehr geeignet. Der Reifevorgang der Früchte im Lager bewirkt eine Veränderung der Festigkeit, der Farbe, im Geschmack und der Inhaltsstoffe. Damit möglichst wenig Verlust an Qualität und Gesundheitswert entsteht, sind bei der Ernte die Früchte sorgfältig zu behandeln und die richtige Lagermethode auszuwählen.

Der Erntezeitpunkt ist abhängig von der Sorte und dem Witterungsverlauf. Zu früh geerntetes Obst ist meist geschmacklos und färbt auf dem Lager nicht richtig nach. Kernobstfrüchte sind pflückreif, wenn sie sich durch leichtes Drehen oder Anheben leicht vom Baum lösen. Geerntet wird bei trockenem Wetter. Da nur unverletztes Obst gelagert werden soll, ist bei der Ernte schonend mit den Früchten umzugehen, nicht zu stark drücken, werfen oder schütteln. Fallobst kann man nicht lagern, da beschädigtes Fruchtfleisch bald zu faulen beginnt. Nur gesunde und ungeschädigte Früchte kann man lange lagern.

In unseren modernen Häusern haben wir oftmals nicht die optimalen Lagerräume, sie sind zu warm und zu trocken. Die für die Obstlagerung günstigste Raumtemperatur liegt zwischen +2 und +6 Grad Celsius, die relative Luftfeuchtigkeit bei 80 – 90 %. Der Lagerraum sollte also kühl, dunkel und vor allem lüftbar sein. Die beste Lagerung ist in speziellen Obsthorden oder stapelbaren Kisten, wo jeweils nur eine Lage Obst ausgebracht wird. Das erleichtert einem zum einen die laufende Kontrolle auf mögliche Faulstellen bei den Früchten, die sofort aussondiert werden müssen, zum anderen werden Druckstellen im Fruchtfleisch verhindert, die sehr schnell zu faulen beginnen würden.
In  Vorratsräumen mit zu geringer Luftfeuchte und zu hoher Temperatur kann eine Lagerung in Folienbeutel eine akzeptable Lösung sein. In den Folienbeuteln entsteht ein Luftgemisch mit höherem Kohlendioxidgehalt und geringerem Sauerstoffgehalt, was die Atmungsaktivität der Früchte mindert, den Reifeprozess verlangsamt und somit die Haltbarkeit verlängert.
Obst und Gemüse sollten immer in getrennten Räumen gelagert werden.