Forsythienstrauch (Foto C. Jobst)

Der Schnitt der Forsythie

In den Monaten April und Mai erleben wir in den meisten Gärten und auch in den öffentlichen Anlagen einen wahren Blütenzauber in Gelb. Verantwortlich dafür ist die Forsythia in den verschiedensten Sorten, auch  Forsythie oder  Goldglöckchen genannt. Sie ist deshalb so verbreitet, weil sie eine der farbenprächtigsten Frühjahrsboten ist und der Gartenbesitzer sich gerne diese wärmenden Farben in den Garten holt. Allerdings wenn diese Farbenpracht vorbei ist, sollte der Gartenbesitzer noch einmal seine Baumschere und die Säge herausholen.

Forsythien-Arten sind sommergrüne Sträucher und können je nach Sorte eine  Wuchshöhe bis zu 4 Metern erreichen. Die Blüten erscheinen vor dem Blattaustrieb und befinden sich einzeln oder zu mehreren an den letztjährigen Zweigen. Die einzelnen Blüten haben eine glockenähnliche Form und überziehen dicht gedrängt die Triebe. Die Triebe wachsen aufrecht und wenn sie älter werden, hängen sie stark über, bis sie auf dem Boden aufliegen. An dieser Stelle können die Triebe Wurzeln bilden und schon ist eine neue Forsythie geboren. Die Zweige sind hohl und besitzen ein Mark.

Der Rückschnitt direkt nach der Blüte regt die Blütenbildung für das nächste Jahr an. Ein Schnitt in der vegetationsruhen Zeit würde auf Kosten vieler Blüten gehen. Durch den Schnitt werden mehrjährige Triebe, die schon zweimal oder öfters geblüht haben, am Boden oder oberhalb eines jungen Seitentriebes entfernt. Auch trockene abgestorbene Äste, zu dünne oder verletzte Zweige werden an der Basis abgeschnitten. Damit wird Platz für neue Triebe, die ab dem zweiten Jahr den Gartenbesitzer wieder mit gelben Blüten erfreuen können. Der Schnitt ist direkt an der Entstehungsstelle des zu entfernenden Astes durchzuführen. Dadurch wird die Wundheilung gefördert und die Zapfenbildung verhindert. Je schärfer der Rückschnitt, desto stärker der Neuaustrieb. Den einjährigen Jungtrieb lassen wir unbeschnitten.

Absolut falsch ist der leider weit verbreitete Schnitt, den Strauch auf einer Höhe abzuschneiden, oder das Herumschnipseln an allen Triebspitzen. Dadurch entsteht durch Überalterung der belassenen Triebteile eine Verkahlung der Strauchbasis und ein Besenwuchs im Bereich der Schnittflächen. Um dies zu verhindern und um die Blühwilligkeit zu fördern, schneiden wir wenig, aber gezielt. Nur bei total überalterten oder sehr stark frostgeschädigten Gehölzen ist ein radikaler Rückschnitt erforderlich. Allerdings wird der Strauch auf Grund der immensen Neutriebbildung im kommenden Jahr kaum Blüten haben.

Um glatte Schnittflächen zu erzielen, die rasch verheilen, muss man gutes und scharfes Schnittwerkzeug verwenden. Gequetschte und ausgefranste Wunden verwachsen schlecht und sind Eintrittsstellen für Krankheitserreger. Ebenfalls nach der Blüte gehört auch die Blutjohannisbeere geschnitten.