Schriftzug Ferien im Sand

Gärten im Urlaub (Sorgenkinder während der Urlaubszeit)

Der eigene Garten ist mittlerweile des Deutschen liebstes Kind und hat sogar das Auto auf den zweiten Rang verbannt. Er liebt ihn, verbringt seine Zeit in ihm und gibt auch Geld aus, um ihn nach seinem eigenen Geschmack zu verschönern. Gartencenter und Baumärkte boomen und Baumschulen können oftmals bestimmte Pflanzenarten in der gewünschten Anzahl nicht liefern. Nur einmal im Jahr wird der eigene Garten zum Sorgenkind, immer dann, wenn der lang ersehnte Urlaub ansteht.

Viele Gartenbesitzer haben fleißige Nachbarn oder Bekannte, die während dem zweiwöchigen, wohlverdienten Urlaub nach dem Rechten sehen, Briefkästen leeren und auch Blumen gießen. Aber wer kümmert sich um die Dutzende von Blumentöpfen auf Fensterbrettern, Balkonen, auf der Terrasse am und um das Haus herum, um den Gemüsegarten und den Kulturen im Gewächshaus, um die Blumen- und Rosenbeete, einfach um den Garten? Für manche ein unlösbares Problem, was sie auch davon abhält, einen längeren Urlaub fern von zu Hause zu unternehmen.

Wegen dem Garten sollte man sich aber nicht den verdienten Urlaub vermiesen lassen. Im Handel gibt es automatische oder computergesteuerte Bewässerungsanlagen, mit denen man Blumenkästen, Gemüsebeete und kleinere Gewächshausflächen optimal bewässern kann. Eine etwas einfachere Lösung sind Balkonkästen und Pflanzgefäße mit eingebautem Wasserreservoir, bei denen man auch bei großer Hitze nicht täglich gießen muss. Hilfreich ist auch das Mulchen mit gehäckselter Rinde, Rasenschnitt oder Rindenmulch gerade auf Gemüsebeeten und Blumenbeeten mit offener Erde. Die Mulchschicht verhindert einerseits, dass der Boden durch die Sonneneinstrahlung schnell austrocknet, andererseits unterbindet sie auch das schnelle Wachstum von Unkräutern. Ist bereits vor Urlaubsantritt eine Schönwetterperiode, die laut Wetterbericht noch länger anhält, sollte man Flächen, wie Gemüsegarten, Rasen, kleinere Obstbäume, Beerensträucher und Blumen- und Staudenflächen tiefgründig wässern, so dass bis in eine Tiefe von mindestens 20 cm der Boden noch feucht ist. Dies bedeutet, dass bei einem Gießvorgang pro Quadratmeter mindestens zwischen 10 und 20 Liter Wasser kommen muss. Eine Arbeit für den Gartenberegner, der allerdings den Wasserzähler im Haus belastet. Aber der Garten ist fit für eine längere Zeit und der Nachbar ist entlastet.

Da nicht nur das Urlaubsziel meist seit langem geplant ist, sondern auch die Urlaubszeit, kann man sich bei dem notwendigen Düngen, vor allem der Rasenflächen, entsprechend darauf einstellen. Möglichst vier Wochen vor Reisebeginn sollte man keine Rasendüngung vornehmen, lieber nach dem Urlaub einplanen. Nach einer Düngung nimmt das Wachstum des Rasens zu, bildet mehr Masse aus, zu dem allerdings auch ein erhöhtes Wasserangebot nötig ist. Ist der Nährstoffschub abgeklungen, kann der Rasen besser mit seinem Wasservorrat wirtschaften und wächst auch nicht mehr so schnell.

Bei der Verwendung von heimischen und vor allem standortgerechten Pflanzen spielt das Wetter auf die Dauer einer Urlaubszeit keine Rolle. Fremdländische und vor allem standortsfremde Pflanzen haben eher ein Problem mit längeren Trockenzeiten. So sollte man Trockenstandorte, wie Kiesstreifen unter dem Dachüberstand, mit trockenheitsresistenten Gehölzen und Stauden bepflanzen, die zwar nach einer längeren Trockenphase die Blätter einrollen oder herabhängen lassen, dies aber unbeschadet überstehen und nach einmaligem Gießen die Blätter wieder zur vollen Schönheit aufrichten. Flächige Bepflanzungen vertragen Trockenperioden auch besser wie Solitärpflanzungen. Die Pflanzen im Verbund unterstützen sich gegenseitig, beschatten sich untereinander und die Sonnenstrahlen können den Boden nicht austrocknen. Einzelstehende Pflanzen erhitzen sich mehr, benötigen mehr Wasser und der Boden, ob Humus oder Steine, trocknet schneller aus. Der Wasserverlust durch Verdunstung kann bei heißen Tagen erheblich sein, oftmals mehr als die einzelnen Pflanzen aufnehmen.

Genießen wir den Urlaub, und nach unserer Heimkehr gehen wir zuerst durch den Garten, freuen uns über sein prächtiges Gedeihen und danken dem fleißigen Nachbarn.