Grabstätte mit Herbstlaub (© C. Jobst)

Grabgestaltung und -pflege

Aus gegebenem Anlass wollen wir einmal über den Gartenzaun hinausblicken und einen anderen Garten betrachten, einen sehr kleinen Garten, das Grab. Am Montag ist Allerheiligen und es ist ein alter und schöner Brauch, die Gräber unserer verstorbenen Ahnen zu schmücken. Am Wochenende werden die Grabmäler gereinigt, die Gräber neu bepflanzt und Gestecke aufgestellt.  Damit ehren wir nicht nur unsere Verstorbenen, sondern wir zeigen auch unsere tiefe innere Verbundenheit zu ihnen.

Der 1. November ist meist ein Tag, an dem selbst bei Sonnenschein die Temperaturen gering sind und die restlichen Blätter, die noch an den Bäumen hängen, herunterfallen. Dies ist für manchen von uns ärgerlich und so wird vor dem Kirchgang das Grab noch mal von den Blättern gesäubert. 

Bedenken wir doch, dass wir nirgends dem Vergänglichen so nahe stehen wie auf dem Friedhof. Der Tod, das Ende eines Lebens, vergleichbar mit dem Winter als Ende eines Jahres. Der Herbst mit den nebeligen und grauen Tagen ist eine gute Vorbereitung  auf den Winter, der das Jahr beendet. Jahr für Jahr erleben wir den Allerheiligentag, bis für jeden sein eigener Herbst kommt.

So betrachtet ist das Erleben der Jahreszeiten vor allem auf dem Friedhof eine tiefgehende Erfahrung. Als Ort der Besinnung und der inneren Einkehr wirkt der Friedhof vor allem durch seine Naturnähe und durch seine regionsspezifische Gestaltung auf den Menschen ein. Denken wir einfach an die mystische Wirkung vorchristlicher und frühchristlicher Kultstätten wie an Stonehenge in Südengland, an mittelalterliche Klosteranlagen in Irland und alle anderen, die sich langsam aus der örtlichen Landschaft entwickelt haben.

In Großstädten sind manche Friedhöfe längst keine reinen Bestattungsorte mehr, sondern dienen als Park- oder Waldfriedhöfe neben der religiösen und geistigen auch der körperlichen Erholung.

Zu festlichen Anlässen im Advent nehmen wir gerne als Dekoration außer Kerzen, Äpfel und Nüssen auch buntes Herbstlaub. Und was macht die Natur? Sie deckt den Mantel der Geborgenheit über unsere Gärten und über die Gräber unserer Verstorbenen und schützt somit die letzte Ruhestätte.