Hecke mit Sitzbank

Hecken, Sichtschutz und Eingrünung

Im Herbst zur Pflanzzeit wollen wieder viele Gartenbesitzer ihre Gärten begrünen, die einen ihre Pflanzungen umgestalten, die jungen Hausbesitzer ihre Gärten erstmals bepflanzen. Das Hauptmerkmal liegt hierbei bei der Eingrünung eines Grundstückes, es geht um die Hecke. Hecken sind in unseren Gärten eine der wichtigsten Gestaltungselemente mit vielen verschiedenen Funktionen. Hecken grenzen die Grundstücke von einander ab und bilden einen Schutz für die Privatsphäre gegenüber Nachbarn und öffentlichen Verkehrsflächen. Hecken bilden Räume, dämpfen den Lärm und sind ein hervorragender Staub- und Windschutz. Sie prägen aber vor allem das Gesicht einer Siedlung und bringen auch ein wenig Natur in den Lebensraum des Menschen.

Dem Gartenbesitzer stehen drei verschiedene Heckenstrukturen zur Verfügung. Die strenggeschnittene Formhecke wird vor allem wegen ihres geringen Platzbedarfes und der einfachen Erstellung gerne verwendet. Ob Liguster, Berberitze, Buchs, Hainbuche, Thuja, Zypressen oder neuerdings Kirschlorbeeren, hier weiß man, dass man pro laufenden Meter Hecke eine bestimmte Anzahl der gleichen Pflanzenart benötigt, die in einer Reihe mit gleichem Abstand gepflanzt werden müssen. Die Formhecke entstammt aus dem Barockgarten, wo sie kurz gehalten als Einfassung und Unterteilung bei Pflanzenornamenten oder hochgewachsen als Irrgarten verwendet wurden. In unseren modernen Gärten ist sie dort geeignet, wo Wind- und Sichtschutz bei engem Raum gewünscht wird. Wegen dem notwendigen regelmäßigen Schnitt, möglichst zweimal im Jahr, ist sie wesentlich pflegeaufwendiger als freiwachsende Hecken. Man sollte auch bedenken, dass sie wegen ihres Mauercharakters, vor allem im Straßenbereich fremdartig, streng und  manchmal abweisend wirken und für eine naturnahe Gartengestaltung wenig geeignet sind. Sie erzeugen auch eine optische Verkleinerung des Gartenraumes.

Gestalterisch wertvoll für Wohnsiedlungen sind freiwachsende Hecken aus den verschiedensten Blüten- und Ziersträuchern. Die Vielfalt an Blütengehölzen ermöglicht eine individuelle Gestaltung eines Gartens sowohl nach innen als auch nach außen hin. Höhe, Breite und Dichte dieser Hecken sind variabel und wegen dem abwechslungsreichen Farbenspiel der Blätter und Blüten werden interessante Räume geschaffen. Nachweislich wird in Siedlungsstraßen mit natürlichen Heckenstrukturen langsamer gefahren, als in Siedlungsstraßen, die von Formhecken gesäumt sind. Zusätzlich ist der Pflegeaufwand wesentlich geringer. Ein Pflegeschnitt im Zeitraum von vier bis sechs Jahren ist in der Regel ausreichend. Außerdem bilden freiwachsende Hecken Lebensräume für viele Tierarten, die hier nisten, wohnen und ihre Nahrung finden können. Sie bewirken durch ihre unterschiedliche Höhe, Breite und Farbgebung auch, dass kleine Gärten optisch viel größer wirken. Lässt es der Platz zu, kann man durch Einbringen von Wildgehölzen den ökologischen Wert  steigern und die Hecken noch abwechslungsreicher gestalten. Manche Gartenbesitzer tun sich allerdings etwas schwer, die verschiedenen Gehölze wie Spiraea, Forsythie, Jasmin, Weigelien, Hartriegel, Felsenbirne, Strauchrosen, Kolkwitzia, Deutzie, Zierjohannisbeerstrauch, Scheinquitte sinnvoll aneinander zu reihen. Aber wenn man sich mit den Pflanzen und deren Bedürfnissen ein wenig beschäftigt, findet man sehr schnell die richtige Reihenfolge und den notwendigen Pflanzabstand. Freiwachsende Hecken haben auch den Vorteil, dass bei Ausfall einzelner Pflanzen die Lücke schnell durch Nachpflanzung wieder geschlossen werden kann, während bei Formhecken es wesentlich länger dauert bis das optische Resultat zufriedenstellend ist.Wildgehölzhecken brauchen viel Platz und sind vor allem für Gärten am Ortsrand geeignet. Mit einer Hecke aus Haselnuss, Schneeball, Heckenkirsche, Feldahorn, Eberesche, Weiden, Wildrosen, Schlehe, Hartriegel und Kornelkirsche schafft man einen natürlichen und fließenden Übergang zur freien Landschaft und bindet somit eine Siedlung harmonisch in ein Landschaftsbild ein. Die Pflanzung solcher Hecken am Ortsrand schreiben viele Gemeinden in ihren Bebauungsplänen auch zwingend vor.

Damit man mit einer Hecke entlang der Grundstücksgrenze lange Freude hat, sollte man vor der Pflanzung darauf achten, dass der erforderliche Grenzabstand nach dem Nachbarrecht eingehalten wird, welchen Lebensraum oder Platz das einzelne Gehölz braucht und welchen Pflegeaufwand die jeweilige Heckenstruktur benötigt. Gerade letzteres ist wichtig, weil jeder zweite Gartenbesitzer bei der Planung den Wunsch vorbringt, einen möglichst pflegeleichten Garten zu bekommen, der wenig Arbeit bereitet, nicht darüber nachzudenken, dass die Gartenarbeit ein erholsamer und gesundheitsfördernder Ausgleich zum stressigen Alltag im Beruf sein kann.