Verschiedene Obstsorten in der Apfelausstellung im Landratsamt Altötting

Heimische Obstsorten (Empfehlenswerte Apfelsorten)

Eigenes Obst im Garten ernten, wollen mittlerweile die meisten Gartenbesitzer. Die Frage aber, welche Obstarten und vor allem Obstsorten sich für unseren Bereich eignen, scheint bei dem Angebot in den Baumschulen, Gartencentern und Baumärkten fast unlösbar. Einer Schätzung nach gibt es weltweit an die 30.000 Apfelsorten, davon alleine in Deutschland 2.000. Der Apfel ist wahrscheinlich die geschichtsträchtigste Frucht. Die christliche Menschengeschichte beginnt mit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, weil sie vom verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen haben, vom Apfelbaum. In vielen Kulturen steht der Apfel als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit, Erkenntnis, Leben und Erde. Im Römisch-Deutschen Reich bildete er als Weltkugel mit aufgesetztem Kreuz den Reichsapfel, der zusammen mit Zepter und Krone das Zeichen der politischen Macht war.

Vor dem Kauf eines Obstbaumes sollte man sich nicht nur auf eine Obstart und auf die Sorte entschieden haben, sondern auch auf eine Baumgröße. Während sich im Haus- und Kleingarten wegen der geringen Grundstücksgrößen immer mehr kleine Baumformen durchsetzten, wird an den Bauernhöfen wegen des Einsatzes von großen Maschinen und der Eingrünung großer Gebäude der Hochstamm verwendet. Ein weiteres Kriterium beim Gartler ist das Alter der Sorte. Immer noch werden im Unterbewusstsein alte Sorten bevorzugt und neuere Sorten abgelehnt, was mehr auf nostalgische Gründe zurückzuführen ist, als auf Sortenkenntnis. Einige der neueren Sorten haben eine gewisse Resistenz gegenüber Pilzkrankheiten, was den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verringert oder sogar verhindert. Entscheidend bei der Wahl sind robuste, dem Klima und Standort angepasste Sorten, möglichst widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall, gleichbleibende Erträge und vor allem geschmacklich den eigenen Bedürfnissen entgegenkommend. Vor allem bei den Äpfeln spielt die Erntezeit, Lagerfähigkeit und Art der Verarbeitung auch noch eine entscheidende Rolle.

Der wohl bekannteste Frühapfel dürfte der Weiße Klarapfel sein, der innerhalb von zwei Wochen nach der Ernte gegessen oder verarbeitet sein muss. Ein Apfel, der gerade deshalb geschätzt wird, weil er frisch vom Baum direkt in den Mund am besten schmeckt. Ihm folgen die Sommer- und Herbstäpfel wie der Gravensteiner  mit seinem saftigen, harmonisch süßweinsäuerlichen Fruchtfleisch, das ein einzigartiges edles Apfelaroma hat. Dazu zählen u.a. auch Croncels, Discovery, Alkmene, Jakob Fischer und Jakob Lebel, die nach Lagerfähigkeit und Erntezeit von August bis Anfang Januar ihre Genussreife behalten.

Eine der wichtigsten Apfeleigenschaft für den Gartenbesitzer ist die lange Lagerfähigkeit, die allerdings durch die Lagermöglichkeit stark beeinflusst wird. Kühl aber frostfrei mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit sollte es sein. Dann kann man  bestimmte Winteräpfel wie Schöner von Boskoop, Rheinischer Bohnapfel, Idared, Schweizer Glockenapfel, Winterrambur oder Gloster bis weit in das Frühjahr des nächsten Jahres lagern.

Empfehlenswerte alte Apfelsorten:

Alkmene
Berlepsch
Berner Rosenapfel
Brettacher
Champagner Renette
Danziger Kant
Elstar
Fromms Goldrenette
Gewürzluiken
Gloster
Goldparmäne
Gravensteiner
Jakob Fischer
Jakob Lebel
Jonathan
Kaiser Wilhelm
Klarapfel
Lanes Prinz Albert
Landsberger Renette
Maunzenapfel
Melrose
Oldenburg
Ontario
Rheinischer Bohnapfel
Roter Boskoop
Roter Eiserapfel
Schöner von Herrenhut
Schöner von Nordhausen
Schweizer Glockenapfel
Schweizer Orangenapfel
Wiltshire
Winterrambur
Zabergäurenette

Empfehlenswerte resistente Apfelsorten-Neuheiten:

Jonagold
Piros
Pilot
Reanda
Reglindis
Resi
Rewena
Rubinola
Topaz

Die Sortenlisten haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie enthalten nur die im Landkreis Altötting gängigsten Apfelsorten.

In der nächsten Ausgabe des „Grünen Daumens“ werden empfehlenswerte Birnen-, Kirschen-,  Pflaumen- und Zwetschgensorten behandelt.

Heimische Obstsorten
Heimische Obstsorten

Heimsiche Obstsorten (Birnen, Zwetschgen und noch vieles mehr...)

Der Wunsch nach eigenem Obst nimmt bei den Gartenfreunden beständig zu. Selbst in kleinen Gärten will man mehrere verschiedene Obstarten haben. Es müssen keine riesigen Ernten sein, dafür aber vielfältig. Durch kleinwüchsige Obstbäume ist dies auch in kleinen Gärten machbar. Letzte Woche ging es vor allem um den Apfel und um empfehlenswerte Sorten, die bei unserem Klima und unseren Böden gut gedeihen.

Bei der Pflanzung von Birnbäumen ist darauf zu achten, dass Birnen wärmebedürftiger als Äpfel sind. Sie können ihr Fruchtfleisch, ihren Geschmack und das Aroma nur an warmen Standorten optimal entfalten.

Empfehlenswerte alte Birnen-Sorten:

Alexander Lucas
Bosc`s Flaschenbirne
Clapps Liebling
Conference
Gellerts Butterbirne
Gute Graue
Gute Luise
Köstliche von Charneu
Philippsbirne
Vereinsdechantsbirne
Williams Christ

Empfehlenswerte Neuheiten:

Harrow Sweet
Isolda
Novemberbirne
Uta

Fast jeder freut sich auf einen Datschi mit eigenen Zwetschgen. Zwetschgen, Mirabellen, Renekloden und die Pflaumen werden heute unter dem Begriff „Pflaumen“ zusammengefasst. Sie sind anspruchslos, aber bei guter Pflege, Schnitt und Düngung haben sie reichliche und regelmäßige Erträge. Ein windgeschützter Standort hilft ihnen bei Spätfrösten.

Empfehlenswerte alte Zwetschgen-Sorten:

Bühler Frühzwetschge
Czar und Czarpflaume
Hauszwetschge
Schönberger Zwetschge
Wangenheimer Zwetschge

Empfehlenswerte Neuheiten:

Katinka Zwetschge
Hanita Zwetschge

Obwohl die süßesten Kirschen immer in Nachbars Garten sind, ist es wohl der Obstbaum, der am begehrtesten ist, schon wegen der Kirschblüte, die den Frühling und somit die warme Jahreszeit einläutet. Die Wärmebedürftigkeit der Kirschbäume ist daran schuld, dass man sie doch nicht so häufig pflanzt. Ein zusätzliches Hindernis ist die Kirschfruchtfliege, also der Wurm in der Kirsche, der die Freude hemmen kann. Man unterscheidet Herzkirschen mit weichem Fleisch von Knorpelkirschen mit festerem Fleisch. Zusätzlich sollte man auf die Reifezeit, Kirschenwoche, achten.

Empfehlenswerte Süßkirschen-Sorten:

Burlat (2. - 3. Kirschenwoche)
Kassins Frühe (2. - 3. Kirschenwoche)
Dönissens Gelbe (5. - 6. Kirschenwoche)
Kordia (6. Kirschenwoche)
Große schwarze Knorpelkirsche (5. - 7. Kirschenwoche)
Regina (7. Kirschenwoche)

Geringere Ansprüche an den Standort stellen die Sauerkirschen. Leider werden sie weniger gepflanzt, weil nur durch einen jährlichen Rückschnitt die Neutriebbildung gewährleistet werden kann, ansonsten vergreist der Baum sehr schnell. Seine Früchte sind hervorragend für Kuchen, Marmeladen, Fruchtweine und zur Konservierung geeignet.

Empfehlenswerte Sauerkirschen-Sorten:

Ostheimer Weichsel (4. Kirschenwoche)
Fanal (6. Kirschenwoche)
Karneol (6. Kirschenwoche)
Schattenmorelle (6. - 7. Kirschenwoche)

Ähnliche Standortbedingungen wie die Süßkirschen benötigen auch Aprikosen und Pfirsiche. Hier eignen sich wirklich nur windgeschützte Standorte, am besten als Spalier an sonnigen windfreien Mauern und Gebäuden.

Empfehlenswerte Aprikosen-Sorten:

Nancy Aprikose
Luizet
Ungarische Beste

Empfehlenswerte Pfirsich-Sorten:

Amsden
Große Mignone
Kernechter vom Vorgebirge
Mayflower
Redhaven
Rekord aus Alfter
South Haven

Ein Stiefkind sind die Quitten, eine Obstart, die durch ihr hartes Fruchtfleisch kaum zum Rohgenuss geeignet sind, sondern zu Marmeladen, Gelee und Sirup verkocht werden müssen. Die Bodenansprüche der Quitte ist ähnlich die der Birnen. Sogar die Früchte der Japanischen Scheinquitte, ein Zierstrauch, sind verwertbar.

Empfehlenswerte Quitten-Sorten:

Champion
Cydora
Cydopom
Konstantinopler
Riesenquitte von Leskovac
Vranja

Die Sortenlisten haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Beim Kauf und bei der Pflanzung ist immer darauf zu achten, dass die Bedürfnisse der Obstsorte in Bezug auf Klima und Boden mit den Gegebenheiten so weit wie möglich übereinstimmen. Obstsorten, die für Weinbauklima geeignet sind, würden im Landkreis Altötting nur bedingt oder gar nicht gedeihen. Dagegen hätten Obstsorten, die auch in höheren Lagen, Mittelgebirge und Voralpenland, noch gepflanzt werden, in unserem Bereich optimale Voraussetzungen. Wenn man die richtige Sortenwahl trifft, braucht man in unseren Gärten auf keine Obstart verzichten.