Dahlien

Herbstblühende Stauden verlängern die sommerliche Farbenpracht

Altweibersommer – die ersten Laubgehölze beginnen sich zu verfärben. Vom Kirschbaum fallen schon die ersten Blätter. Das Laub des wilden Weines, der an der Mauer hochrankt, fängt an sich gelb zu verfärben, um bald als purpurrotes Blatt abzufallen und die dritte Jahreszeit einzuläuten. Der Herbst ist aber nicht nur durch die Vielfältigkeit der Blattverfärbungen so bunt, sondern viele Stauden in unseren Gärten beginnen jetzt erst zu blühen. Sie sind dafür verantwortlich, dass unsere Gärten möglichst lang attraktiv und interessant wirken. Während die Rosen nur noch vereinzelt Blüten hervorbringen, Rittersporn und Taglilien schön längst verblüht sind, erstrahlen Herbstastern, Margeriten und Chrysanthemen in voller Pracht und erfreuen uns mit üppigen Blüten in den verschiedensten Farben.

Um auch im Herbst einen farbdurchleuchteten Garten zu bekommen, pflanzt man Prachtspiere, Purpurglöckchen, Erika und Azaleen, Mädchenauge, Phlox, Astern, Fackellilien und Stauden-Sonnenblumen. Die im Herbst etwas tieferliegende Sonne bringt die Farben der Blüten ganz besonders zur Geltung. Die schräge Sonneneinstrahlung taucht vor allem die verschiedensten Ziergräser, wie das Lampenputzergras, die Waldschmiele, das Chinaschilf und das Pfeifengras in ein magisches Licht, was ausdrucksvoll die herbstliche Stimmung widerspiegelt. Ähnlich verhält es sich auch mit den roten Blättern von Bergenien und der orangefarbenen Gold-Wolfsmilch, die erst durch das Licht einen besonderen Touch erhalten.

Aber auch Blumenzwiebeln können im Herbst den Gartenbesitzer durch ihre Blüten noch erfreuen. Herbstblühende Krokusse sind auch durch die ersten Herbstfröste nicht gefährdet. Diese zarten Pflanzen sind robuster als sie aussehen. Und es sprießen ganz heimlich ohne Blatt große, tief lila Blütenkelche aus der Erde empor, die Herbstzeitlosen, Pflanzen von eigenartigem Reiz. Aber Vorsicht! Ihre Blätter, die im nächsten Frühjahr erscheinen, sind hochgiftig und leicht zu verwechseln mit  Bärlauch. Da aus den Blättern von Bärlauch gerne Salat, Pesto oder sonstige Speisen hergestellt werden, ist besondere Sorgfalt beim Sammeln der Blätter notwendig. Bereits geringste Mengen von Herbstzeitlosenblatt in einer Speise können tödliche Folgen haben.

Herbstblühende Stauden kann man wie alle anderen Stauden fast das ganze Jahr hindurch pflanzen, solange kein Bodenfrost ist. Stauden sind Containerpflanzen und werden in Töpfen angeboten. Herbstblühende Stauden sollte man niemals im Vordergrund eines Staudenbeetes platzieren, sondern hinter den Sommerblüher vor den Sträuchern. Da sie erst spät im Jahreslauf treiben, würden sie im Vordergrund eines Beetes zu große Kahlflächen hinterlassen. Im hinteren Bereich werden diese Kahlflächen durch die Sommerblüher verdeckt und nach dem Zurückschneiden der vertrockneten Blüten und Blätter haben sie genügend Platz, um sich zu entwickeln.

Fast alle Stauden sind im Spätherbst zurückzuschneiden, größere Staudenbeete ohne verholzte Pflanzen kann man nach einem groben Rückschnitt auch mit dem Rasenmäher abmähen, sofern das Mähwerk auf die höchste Stufe gestellt ist. Pilzbefallene Blätter sollte man nicht über den eigenen Kompost entsorgen, da bei der geringen Größe des Gartenkompostes zu wenig Wärme freigesetzt wird, um die Pilzsporen abzutöten. Nur in Kompostieranlagen wird eine Wärme von mehr als 70 Grad Celsius über einen längeren Zeitraum erreicht, in der die Pilzsporen keine Überlebenschancen haben. Der Rückschnitt von Gräsern erfolgt erst im zeitigen Frühjahr. Sie sind einerseits wichtig für unsere heimische Tierwelt, andererseits verwandeln sie unsere Gärten auch im Winter in malerische Bilder.