Hochbeet (© C. Jobst)

Ich lege ein Hochbeet an

Obwohl Gartenarbeit an der frischen Luft gesund ist, belasten bestimmte gärtnerische Tätigkeiten vor allem unseren Rücken. Die bückende Haltung bei der Arbeit im Gemüsegarten macht Rückengeschädigten oftmals zu schaffen. Hochbeete sind hier eine gute Lösung, rückenschonend Gemüse, Salat und Kräuter anzubauen. Wenn das Hochbeet einmal aufgebaut und bestückt ist, kann man alle Arbeiten wie Aussaat, Pflanzung, Pflege und Ernte in aufrechter Haltung ausführen.

Um eine optimale und körpergerechte Bearbeitung zu garantieren, sollte das Hochbeet bestimmte Maße einhalten. Die Höhe soll zwischen 80 und 100 cm, die Breite zwischen 120 und 150 cm sein. Ist das Hochbeet nur von einer Seite zugängig, darf es nicht breiter als 60 bis 75 cm sein. Die Länge eines Hochbeetes richtet sich nach dem eigenen Bedarf. Für sehr große oder sehr kleine Gartler sind die Maße entsprechend nach oben oder nach unten zu ändern.

Als Baumaterial stehen uns Holz, Stein oder Kunststoff zur Verfügung. Die billigste Variante sind ungeschälte Fichtenstangen. Geschnittenes und druckimprägniertes oder langlebiges Lärchenholz sieht eleganter aus und ist länger haltbar. Unverwüstlich sind L-Betonsteine oder Bauteile aus recyceltem Kunststoff. Holzkonstruktionen kann man auf der Innenseite durch Dachpappe vor der Bodenfeuchtigkeit schützen. Am Boden angebrachtes Gitternetz schützt die Kulturen vor Nagern.

Die allgemein übliche Meinung, dass man Hochbeete, von unten nach oben ansteigend, mit Gehölzschnitt, Laub, Stroh, Kompost, Rasensoden und Humus füllt, entspricht keineswegs den üblichen gärtnerischen Erkenntnissen. Unverrottete organische Materialien, wie Holz, Stroh und Laub, benötigen zum reibungslosen Abbau Sauerstoff, den sie unten nicht finden. Außerdem sollte man durch den herbstlichen Holzschnitt keine Dränageschicht aufbauen, da bei Hochbeeten eine ausreichende Wasserversorgung meist nicht gewähr-leistet ist. Rasensoden und Kompost in größeren Mengen erzeugen eine explosionsartige Nährstoffanreicherung, die einer gesunden Bodenpflege entgegensteht. Sinnvoll ist, das Hochbeet mit normalem Mutter- oder Oberboden, verbessert mit Kompost, zu füllen.

Für den Neubau eines Hochbeetes eignet sich am besten der Herbst. Zum einen ist der Standort abgeerntet und ungenutzt, zum anderen kann sich über den Winter das Füllmaterial senken. Und im Frühjahr kann man sofort mit dem Anbauen beginnen.