Keine Blüten aber Ameisen am Apfelbaum

Eine Leserin schreibt: „Vor drei Jahren haben wir einen Zwergapfelbaum "Croquelle" gepflanzt. Im ersten Jahr trug er etwa 15 gesunde, leckere Äpfel. Im 2. Jahr und auch heuer hat er nicht mal geblüht! Bei genauer Betrachtung habe ich festgestellt, dass sich die Blätter einrollen,  besonders die jungen Triebe. Als ich die Blätter aufrollte, fand ich schwarze (vermutlich) Blattläuse, die von vielen Ameisen umgeben waren. Was kann ich machen? Ansonsten sieht das Bäumchen ganz gesund aus!“

Der Beschreibung nach haben wir es hier mit zwei getrennten Problemen zu tun. Die eingerollten jungen Blätter und die vielen Ameisen sind die Folge von einem starken Blattlausbefall. Die Bekämpfung von Blattläusen wurde in der Ausgabe des Alt-Neuöttinger Anzeigers vom 14. April 2015 bereits ausführlich behandelt. Bei einem Zwergapfelbaum ist eine mechanische Bekämpfung sinnvoll, in Form von Abstreifen der Blattläuse, Entfernen der eingerollten Blätter und das Anbringen eines Leimringes am Stamm, damit die Ameisen keine Blattläuse in den Apfelbaum tragen können. Die Ameisen sind Nutznießer der Blattläuse. Sie melken die Blattläuse und ernten dadurch einen süßlichen Honigsaft. Aus diesem Grund tragen die Ameisen am Erdboden befindliche Blattläuse gerne in Obstbaumkronen oder auch in Rosenstöcke.

Der Blattlaus- und Ameisenbefall ist nicht verantwortlich dafür, dass der Baum im zweiten und dritten Jahr nicht geblüht hat. Der Zwerg-Apfel `Croquella` sieht aus wie ein großer Apfelbaum, wird aber nur ca. 150 cm hoch und breit und ist somit ideal für kleine Gärten und für die Kübelhaltung auf Balkon und Terrasse geeignet. Eine schwachwachsende Unterlage macht den Zwergenwuchs möglich. Das Obstbäumchen benötigt einen nährstoffreichen und durchlässigen Boden und einen sonnigen sowie geschützten Standort. Der Apfel 'Croquella' gehört zu den selbststerilen Pflanzen, so dass eine Befruchtersorte in der Nachbarschaft notwendig ist, das bedeutet, dass andere Zwergäpfel in der Nähe stehen müssen.

Zwerg-Obstbäume sind wegen der schwachwachsenden und schwachen Unterlage sehr pflegebedürftig und anfällig bei falschen Bodenverhältnissen und bei Konkurrenzdruck durch andere in der Nähe stehende Pflanzen. Falscher Schnitt, nicht ausgewogene Nährstoffversorgung, Unterversorgung bei Phosphorsäure, Magnesium und Kali, zu schwere lehmige Böden, zugige ungeschützte Standorte oder zu kleine Gefäße bei Kübelpflanzungen können das Gedeihen der Pflanze erheblich beeinträchtigen und auch die Blühwilligkeit der Zwergobstbäume einschränken oder verhindern. Je schwachwachsender ein Obstbaum ist, desto anfälliger ist er und deshalb müssen Standort, Versorgung und Pflege optimal auf seine Bedürfnisse abgestimmt sein.