Kräuselkrankheit an Pfirsichen

Ein Leser schreibt: „Ich habe einen ca. 3 Jahre alten Pfirsichbaum in meinem Garten. Nun trägt er heuer zum ersten Mal Früchte. Aber nun beginnen sich die Blätter ganz stark zu kräuseln, werden gelb und braun und fallen dann ab. Habe nun schon im Internet nachgelesen, es könnte sich um die Kräuselkrankheit handeln, ist das möglich? Wenn ja, was kann ich dagegen machen?“

Nach der Beschreibung handelt es sich wirklich um die Kräuselkrankheit, eine durch den Pilz Taphrina deformans verursachte Pflanzenkrankheit, die Pfirsich-, Nektarinen-, Aprikosen- und Mandelbäume befällt. Bereits beim Austrieb im Frühjahr kräuseln sich die jungen Blätter und weisen hellgrüne und rote Blasen auf. Die erkrankten Blätter verfärben sich weiterhin weißlichgrün und erscheinen im Endstadium gummiartig und brüchig. Die meisten befallenen Blätter fallen schließlich ab. Da der Pilz oberhalb von 16° Celsius nicht infektiös ist, erfolgt Ende Mai bis Juli meist ein gesunder Neuaustrieb. Durch den starken Blattverlust verringert sich allerdings die Photosyntheseleistung, was den Baum langfristig schwächen kann. Der Befallszeitraum liegt zwischen Dezember und Februar und wird vor allem durch feuchte Winter begünstigt.

Der Kräuselkrankheit kann man mehrere Bekämpfungsmaßnahmen entgegen setzen. Die effektivste Methode im Hausgarten ist die Pflanzung des Baumes an einer Hauswand unter einem überhängenden Dach oder Balkon. Dadurch wird der Baum in den Wintermonaten vor Regen geschützt und somit eine Infektion zum größten Teil verhindert. Eine weitere vorbeugende Maßnahme wäre die Verwendung von krankheitsresistenten Pfirsichsorten. Zusätzlich begleitende Maßnahmen zum Erhalt des Baumes wären das rechtzeitige Anbringen von Leimringen gegen Blattläuse und Regenschutz an kalten Tagen unter 16 Grad Celsius. Bei Trockenheit ist auf ausreichende Bewässerung zu achten und eine ausgewogene Düngung würde den befallenen Baum wieder stärken. Infizierte abgefallene Blätter sollten vom Erdboden entfernt und entsorgt, nicht kompostiert werden. Zusätzlich kann man Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln für den Hausgarten ausführen. Sie erfolgen noch vor dem Austrieb bei beginnendem Knospenschwellen. Je nach Witterungsverlauf ist das bereits im Dezember oder Januar möglich.

Im Sommer besteht Verwechslungsgefahr zwischen der pilzbedingten Kräuselkrankheit und Blattkräuseln, hervorgerufen durch Insektenbefall. Eine Inspektion der Blattunterseiten auf Blattläuse ist für eine eindeutige Diagnose notwendig.