Meine Kletterrose

Kletterrose (c) Clemens Jobst

Rosen gehören mit zu den ältesten Kulturpflanzen, die der Mensch seit Jahrtausenden in seinem Garten hegt. Die Babylonier pflanzten bereits Rosen und in den berühmten hängenden Gärten der Semiramis, einem der sieben Weltwunder, wuchsen schon Rosen. Mit ihrer Blütenpracht haben Rosen schon immer die Menschen entzückt. 

Damit der Gartenfreund sich lange an der Blütenpracht der Rosen erfreuen kann, muss man regelmäßig verschiedene Pflegemaßnahmen durchführen. Die wichtigste Maßnahme zur Erhaltung und Förderung der Wuchsfreudigkeit, des Blütenreichtums und der Gesundheit der Rosen ist der fachgerechte, den einzelnen Rosengruppen angepasste Schnitt. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr. Erst wenn die Knospen angefangen haben zu schwellen, kann man erkennen, welche Augen einen erfolgversprechenden Austrieb bringen. Der milde Winter ist ursächlich für den frühen Austrieb der Rosen, der an den Triebenden bereits einige Zentimeter lang sein kann. Es ist höchste Zeit, die Rosen zu beschneiden.

Grundvoraussetzung ist eine scharfe Rosenschere, so dass glatte Schnittflächen entstehen. Der Schnitt erfolgt mindestens einen halben Zentimeter über einem gut entwickelten Auge, das nach außen zeigt. Die Schnittfläche ist immer vom Auge weg, leicht schräg, anzulegen, damit das Wasser nicht über das Auge abläuft. Als allgemeine Faustregel gilt, je stärker geschnitten wird, umso kräftiger ist der neue Austrieb.

Gerade bei Kletterrosen gehen die Meinungen der Gartler über den Schnitt weit auseinander. Man unterscheidet einmalblühende und öfter blühende Kletterrosen.

Einmal blühende Kletterrosen (Rambler)
Die Schnittmaßnahmen beschränken sich bei den einmalblühenden Kletterrosen auf das Auslichten von Totholz. Da sie am zweijährigen Holz blühen, werden die langen Triebe, die sich im Vorjahr gebildet haben, geschont. Einmalblühende Kletterrosen sollte man frei wachsen lassen und nur dann schneiden, wenn sie über den ihnen zur Verfügung stehenden Platz hinauswachsen. Falls ein Rückschnitt erforderlich wird, sollte unmittelbar nach der Blüte geschnitten werden, damit die neuen Triebe noch bis zum Winter verholzen und ausreifen können. Größere Schnittmaßnahmen zur Verjüngung sind während der Vegetationsruhe im Frühjahr vorzunehmen.

Öfter blühende Kletterrosen
Dauerblühende Kletterrosen blühen bevorzugt am zwei- und mehrjährigen Holz. Deshalb ist zu beachten, dass die mehrjährigen Triebe in der Überzahl vertreten sind. Anzustreben ist ein Verhältnis von vier Teilen mehrjähriger Triebe und einem Teil einjähriger Triebe. Um eine ausgeglichene Neutriebbildung zu erzielen, sollten überalterte, dicke Triebe kontinuierlich entfernt werden, indem man sie im Winter oder spätestens jetzt von der Basis ab abschneidet. Die an den Haupttrieben befindlichen Seitentriebe werden auf etwa 2-5 Augen eingekürzt. Nach dem ersten Blütenflor sind die abgeblühten Triebe kräftig zurückzuschneiden, damit ein Neuaustrieb erfolgt, der im Spätsommer eine weitere Blütenpracht entfaltet. Wächst eine Kletterrose über den für sie vorgesehenen Platz hinaus, kann sie ohne weiteres so eingekürzt werden, dass sie sich wieder in ihr Raumangebot einfügt. Wie stark der Rückschnitt sein darf, liegt an der Gesundheit der Kletterrose und an den örtlichen Gegebenheiten. Eine fachliche Norm gibt es nicht. Aber bedenken wir, je stärker der Rückschnitt, desto stärker der Neuaustrieb.