Insektenhotel

Nützlinge, unbezahlbare Helfer im Garten

Des Gartlers Graus sind die vielfältigen Schädlinge, die im Garten ihr Unwesen treiben, blühende Pflanzen unansehnlich, Obst und Gemüse ungenießbar machen und auch sonst uns Gartenliebhabern auf die Nerven gehen. Aber auf der anderen Seite gibt es auch unzählige Nützlinge, die uns bei der Bekämpfung der Schädlinge unterstützen. Das Gesetz der Natur, fressen und gefressen werden, gilt auch im Garten und so sind die Schädlinge auf der Speisekarte vieler nützlicher Helfer.

Die bekanntesten Helfer sind vor allem die Singvögel, die durch die Futtersuche für ihre Jungbrut die Schädlingspopulation erheblich reduzieren. Mehrere Kilo Raupen, Blattläuse, Spinnmilben und Eier von Schädlingen verfüttern Vogeleltern während der Brutzeit an ihren Nachwuchs. Wichtig ist, dass die Singvögel Nistmöglichkeiten in den Gärten finden. Nistplatz und Futterplatz ist für die Vogeleltern meist eins, damit sie rasch genügend Nahrung für ihre Jungen heranschaffen können.

Weitere Helfer sind zahlreiche Insektenarten wie Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Ohrwürmer, Schlupfwespen und viele mehr, die mit großem Appetit die Gärten von Schädlingen säubern. Oftmals werden Nützlinge auch mit den Hui und Pfui Viechern verwechselt, mit denen vor allem die Erwachsenen ihre Probleme haben. Man denke hier an die verschiedenen heimischen Spinnenarten, die, obwohl sie winzig klein sind, manche Gartenbesitzer in Panik versetzen. Auch die Schwebfliegen werden oftmals mit Wespen verwechselt, haben aber keinen Stachel und sind völlig harmlos. Der bekannteste und beliebteste Nützling ist der Marienkäfer, der am Tag 100 bis 150 Blattläuse vertilgt. Noch gefräßiger sind seine Larven, die in den drei Wochen bis zu ihrer Verpuppung bis zu 600 Läuse verzehren.Je natürlicher der Garten gestaltet ist, um so mehr fühlen sich die Nützlinge in ihrem Garten wohl und werden ihn als ihre neue Heimat annehmen. Die fleißigen Tiere benötigen Verstecke, Nistplätze und Überwinterungsmöglichkeiten in Form von freiwachsenden Hecken, Bäume, Steinmauern, Laubhaufen, Totholz als Strauchschnitthaufen und evtl. noch eine Wasserfläche, die vor allem Libellen anlocken. Diese Flugkünstler sind nicht nur hungrige Schädlingsräuber, sondern entzücken uns Gartenfreunde auch durch ihre Flugakrobatik. Je mehr Unterschlüpfe wir bieten, umso mehr Gartennützlinge in Form von Insekten und Säugetiere werden sich bei uns wohl fühlen. Dazu gehören auch Igel, die auch die Schnecken auf ihrem Speiseplan haben und Fledermäuse, die das Vorkommen nachtaktiver Insekten wie Nachtfalter, Mücken und Schnaken eindämmen.

Vielerorts werden von Vereinen und Organisationen auf öffentlichen Flächen, Streuobstanlagen und Schulgärten sogenannte Insektenhotels aufgestellt, die als Wohnung für die verschiedensten Insekten fungieren. Ein solches Hotel bereichert auch den eigenen Garten und ist zugleich lehrreich für Erwachsene, Kinder und Enkelkinder. Das gemeinsame Basteln eines Insektenhotels ist nicht nur ein Erfolgserlebnis für Groß und Klein, sondern fördert auch das Wissen über die Zusammenhänge von Nützlingen und Schädlingen. Insektenhotels sind auch im Handel erhältlich.

Das Vorhandensein von zahlreichen Gartennützlingen macht oft den Einsatz von künstlichen Pflanzenschutzmitteln überflüssig. Die Gartennützlinge helfen uns, dass sich Schädlinge nicht zu stark vermehren. Jeder Einsatz von Pflanzenschutzmittel kann natürlich auch den willkommenen Insekten und Tieren schaden. Deshalb sollte man immer prüfen, ob sich nützliche Helfer im Garten aufhalten. Ein gewisser Bestand an Schädlingen sollte auch akzeptiert werden, da sie zum Gleichgewicht in der Natur beitragen und ein Bestandteil der Nahrungskette vieler Tierarten sind.