Rasenfläche mit Laub

Den Rasen winterfest machen

Die Rasenflächen in unseren Gärten haben eine besondere Bedeutung. Sie dienen zum Spielen und Rumtollen für unsere Kinder und Enkelkinder, zum Relaxen oder aber auch nur zur Raumgestaltung unserer Gärten. Sie sind die Freiflächen, die wir vielseitig nutzen können. Umso mehr benötigen sie auch unsere Aufmerksamkeit während der Vegetationsperiode. Es wird gemäht, gedüngt, gewässert und vertikutiert. Sorgen bereiten uns oftmals unerwünschte Wildkräuter und vor allem Schädlinge wie Wühlmäuse und Engerlinge und die verschiedensten Pilzkrankheiten. Nachdem wir und unser Rasen die Sommermonate gut überstanden haben, müssen wir, bevor der Garten in den Winterschlaf geht, den Rasen dafür fit machen.

Morgens haben wir teilweise, vor allem im Inntal, mehr oder weniger starken Nebel und oftmals tut sich die Sonne schwer, den Nebel aufzureißen und die Luft zu erwärmen. Es ist die Zeit, die den Menschen und die Natur auf den Winter vorbereitet. Wir ahnen, was auf uns und auf unseren Garten zukommt. Starke Temperaturschwankungen, Reif und Frost, viel Wasser und Schnee, schwerer angetauter Schnee im zeitigen Frühjahr und Spätfröste, die das Tauwasser im Wurzelbereich wieder gefrieren lassen. Dies alles müssen die zarten Gräser des Rasens aushalten. Damit sie es unbeschadet überstehen, sollten wir den Rasen auf die Wintermonate vorbereiten, wozu drei Schritte notwendig sind.

Schritt eins wäre das Mähen. Solange der Rasen wächst, soll auch gemäht werden, was je nach Witterung bis Ende November sein kann. Mähen sollte man bei schönem Wetter, möglichst am späten Nachmittag, wenn die Rasenfläche vom Morgennebel abgetrocknet ist. Eine optimale Grashalmlänge wäre zwischen vier und sechs Zentimeter.

Zusätzlich zum Rasenschnitt wäre ein Vertikutieren im Oktober noch eine Wohltat für den Rasen. Beim Vertikutieren wird der Rasenfilz, der im Laufe des Jahres durch liegengebliebenes Mähgut entsteht, und Moose und kleine Unkräuter entfernt. Der Rasen wird belüftet. Wer keinen eigenen Vertikutierer hat, kann sich diesen bei den meisten örtlichen Gartenbauvereinen gegen ein geringes Entgelt ausleihen. Kahlstellen kann man mit einer speziellen Rasensamenmischung, sogenannten Regenerationsmischungen, nachsähen, einrechen und festdrücken. Nachsaaten sind im Oktober noch möglich. Bei späteren Nachsaaten können die jungen Wurzeln bei starken Frösten abreißen.

Der dritte Schritt wäre die Herbstdüngung, die dafür sorgt, dass die Rasengräser gestärkt über den Winter kommen und im Frühjahr zeitig eine sattgrüne Farbe haben und schnell und kräftig austreiben. Allerdings darf man nicht den normalen Rasendünger verwenden, dessen hoher Stickstoffanteil den Rasen zu nochmaligem Wachstum anregen würde. Für die Düngung im Oktober, bei mildem Herbst bis Mitte November, gibt es spezielle Rasen-Herbstdünger mit wenig Stickstoff aber hohem Kalianteil, der die Rasengräser robust und widerstandsfähig macht. Ist der Rasen bei der Düngung bereits feucht, ist es ratsam, leicht zu wässern, damit die Düngekörner von den Rasenhalmen gewaschen werden.

Eine gute Rasenpflege im Herbst bereitet die Gräser nicht nur auf einen strengen Winter vor, damit sie diese Zeit unbeschadet widerstehen, sondern es ist gleichzeitig ein optimaler Start in den Frühling. Wichtig für alle Rasenflächen, die durch Spiel und Spaß stark belastet werden. Vergessen wir auch nicht, das Falllaub vor dem Winter auf den Rasenflächen zu entfernen. Unter dem nassen Laub würde über die Winterzeit ein Mikroklima entstehen, das die Verbreitung von Pilzkrankheiten fördern würde. Während andere Rasenflächen im Frühjahr gelb und unansehnlich sind, zeigen sich Rasenflächen mit entsprechender Herbstpflege bereits in ihrem schönsten Kleid. Gepflegte und gestärkte Rasenflächen sind auch widerstandsfähiger gegen Schneeschimmel, sie sind einfach gesünder.