Grüne Paprika

Richtige Düngung durch Bodenuntersuchung

Alles neu macht der Mai. Ein Spruch, der sich vor allem auf die Natur und auf den Garten  bezieht. Und wenn die Eisheiligen (11. – 15. Mai) vorbei sind, werden in allen Gärten die Gemüse- und Blumenbeete hergerichtet, gesät und gepflanzt. Die Eisheiligen sind schon immer der Beginn der eigentlichen Gartensaison gewesen.

Aber mit der Aussaat oder Pflanzung von Kulturen beginnen auch oft die Fragen und Probleme über eine umweltgerechte und pflanzenbezogene Düngung. Groß sollen sie sein die Salatköpfe, Rettiche, Tomaten, Gelbe Rüben und was wir noch so alles anbauen. Schön aussehen sollen sie und gesund sollen sie sein. Um dieses Ziel zu erreichen, helfen wir gerne mit Düngern nach, mit Kompost, mit organischen und mineralischen Düngern, mit den verschiedensten Nährstoffverhältnissen. Aber was soll man verwenden und wie viel? Diese Frage stellt sich alle Jahre wieder und doch düngen die meisten im guten Glauben, alles richtig zu machen. Zu viel hat doch noch nie geschadet, oder doch?

Eine vor Jahren von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Weihenstephan durchgeführte Bodenuntersuchungsaktion zeigte, dass die Böden in den Privatgärten vor allem im Gemüsegartenbereich zum größten Teil überdüngt und somit belastet sind, der Phosphatgehalt das drei- bis vierfache, im Extremfall das 18fache, von dem war, was die Kulturen innerhalb eines Jahres aufnehmen können. Also haben wir Gartler doch viele Jahre bei der Düngung unseres Gemüses etwas verkehrt gemacht.

Eine Bodenuntersuchung ist die Ausgangsbasis jeglicher Düngung. Mit dieser Untersuchung erfährt man die Bodenart, den Säuregehalt (auch pH-Wert genannt) und die Verfügbarkeit der verschiedenen Grundnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium und bei Bedarf Magnesium und andere wichtige Spurennährstoffe. Erst durch das Ergebnis dieser Untersuchung kann der Gartler die Höhe, die Art und die Häufigkeit einer Düngung in Abhängigkeit von der jeweiligen Bodenart und der angebauten Kultur festlegen. Nur so ist es uns möglich, auf lange Sicht die Fruchtbarkeit des Bodens und einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt zu sichern.

Wie zieht man eine Bodenprobe? Sie soll nicht unmittelbar nach einer Bodenbearbeitung oder nach einer Düngung entnommen werden, sondern am besten vorher. Bodenproben sind entsprechend der Nutzung getrennt zu nehmen und dürfen nicht vermischt werden. Gemüsegarten, Beerenbeete, Obstgarten, Rasenflächen, Blumen- und Staudenbeete haben meist unterschiedliche Boden- und Nährstoffverhältnisse und müssen deshalb getrennt untersucht werden. Je nach Nutzungsfläche sind 10 bis 15 Entnahmestellen gleichmäßig zu verteilen, wo mit Spaten oder Bohrstock 20 bis 30 cm tief, bei Rasenflächen 10 cm tief, gleichmäßig viel Boden entnommen und gemischt wird. Von dem gut gemischten Boden werden etwa 500 Gramm Boden in einen ungebrauchten Plastikbeutel gefüllt und gut verschlossen, wobei Steine und Erdklumpen nicht entfernt werden. Der Beutel ist mit einem Klebeetikette folgendermaßen zu beschriften: Anschrift des Gartenbesitzers, Bezeichnung bzw. Nutzung der Fläche und der gewünschte Untersuchungsumfang. Die Bodenprobe ist möglichst sofort an ein Untersuchungsinstitut weiterzuleiten. Nähere Auskunft erteilen die örtlichen Gartenbauvereine und das Sachgebiet Landespflege, Grünordnung und Gartenbau am Landratsamt Altötting. Innerhalb kurzer Zeit erhält der Gartenbesitzer das Ergebnis der Untersuchung meist verbunden mit einer speziellen Düngeempfehlung.

Gerade in einer Zeit, in der das Thema über eine richtige Ernährung in aller Munde ist, sollten wir Gartenbesitzer auch wegen unserer eigenen Gesundheit sehr darauf achten, dass wir im eigenen Garten nur vitaminreiches, nicht belastetes, rundum gesundes Obst, Gemüse, Salat und Beeren ernten. Der geringe Arbeitsaufwand und die minimalen Kosten einer Bodenuntersuchung stehen nicht im Verhältnis zum Resultat. Wir lernen unseren Boden kennen, können den Bedürfnissen der Kulturen gerecht werden, belasten weder Boden noch Grundwasser, erzeugen qualitativ hochwertige Kulturen für unsere Küche und sparen noch Geld durch gezielte Düngung.