Kletterrose Beetrose (Foto C. Jobst)

Fachgerechter Frühjahrsschnitt bei Rosen

Mit ihrer Blütenpracht haben Rosen schon immer die Menschen entzückt. Seit Jahrtausenden wurden in Persien Rosen vor allem mit gefüllten und stark duftenden Blüten gezüchtet. In Europa setzte sich die Rose während der Barock- und Rokokozeit als Königin der Blumen durch.

Damit der Gartenfreund sich lange an der Blütenpracht der Rosen erfreuen kann, muss man regelmäßig verschiedene Pflegemaßnahmen durchführen. Die wichtigste Maßnahme zur Erhaltung und Förderung der Wuchsfreudigkeit, des Blütenreichtums und der Gesundheit der Rosen ist der fachgerechte, den einzelnen Rosengruppen angepasste Schnitt. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr. Erst wenn die Knospen angefangen haben zu schwellen, kann man erkennen, welche Augen einen erfolgversprechenden Austrieb bringen. Gerade in diesem Jahr wurden die Rosen durch den späten Wintereinbruch und den starken Frösten sehr in Mitleidenschaft gezogen und froren stark zurück. Mit einer scharfen Gartenschere erzielt man mindestens einen halben Zentimeter über einem gut entwickelten Auge eine glatte Schnittfläche, leicht schräg, damit Wassertropfen nicht über das Auge ablaufen. Eine Faustregel besagt, je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger der Neuaustrieb.

Beetrosen, also Polyantha-, Floribunda- und Edelrosen, brauchen unbedingt einen jährlichen Schnitt, ansonsten verkahlen sie und der Blütenreichtum lässt nach. Abgestorbene und schwache Triebe, zu dicht stehende und nach innen wachsende Triebe werden entfernt. Der weitere Rückschnitt ist abhängig von der Wuchsfreudigkeit der Rosensorte. Stark wachsende Rosen schneidet man auf 6 – 8 Augen, schwach wachsende Sorten auf 3 – 5 Augen zurück.

Einmalblühende Strauch- und Wildrosen blühen am mehrjährigen Holz, dadurch entfällt der jährliche Rückschnitt. Ein Auslichten zu dicht stehender Triebe und das Entfernen von Totholz und von veralteten Trieben ist hier ausreichend.

Ähnlich den Beetrosen unterwerfen wir dauerblühende Strauchrosen und englische Rosen einem regelmäßigen Frühjahrsschnitt. Abgestorbene und überalterte Triebe werden ganz entfernt, kräftige Hauptriebe um ein Drittel eingekürzt und schwächere Triebe auf einige kräftige Augen zurückgeschnitten. Beim Schneiden muss man darauf achten, dass die natürliche Wuchsform der Rose erhalten wird.

Bodendeckerrosen brauchen nur einen Rückschnitt, wenn sie zu wuchtig werden. Da sie sehr schnittverträglich sind, reicht das Einkürzen auf einer Höhe von etwa 20 cm. Der Schnitt von Hochstammrosen gleicht dem der Beetrosen. Die Triebe werden jährlich auf 15 – 20 cm zurückgeschnitten, abgestorbenes Holz und sich kreuzende Triebe entfernt. Nach dem Schnitt sollte die Krone möglichst rund, gleichmäßig und locker sein, was die Blühfreudigkeit fördert.

Gerade bei Kletterrosen gehen die Meinungen der Gartler über den Schnitt weit auseinander. Während man einmalblühende Kletterrosen ähnlich den einmalblühenden Strauch- und Wildrosen nur wenig schneidet, sich auf das Entfernen von altem und totem Holz beschränkt,  schneidet man bei öfterblühenden Kletterrosen die an den Hauptrieben wachsenden Seitentriebe auf 2 – 5 Augen zurück. Da Kletterrosen an mehrjährigen Trieben blühen, darf man die langen Triebe des Vorjahres nicht einkürzen. Man muss auch darauf achten, dass die mehrjährigen Triebe in der Überzahl sind, aber auch immer neue Triebe nachwachsen. Dies erreicht man, wenn regelmäßig die überalterten Triebe entfernt werden. Schnittmaßnahmen bei alten Kletterrosen, die der Verjüngung dienen, sind ebenso  im Frühjahr auszuführen.