Kranke Blätter (© C. Jobst)

Schrotschusskrankheit an Kirschbäumen

Viele Kirschbäume haben zurzeit Blätter, die kleine runde Löcher aufweisen, als wenn sie von Schrotkugeln durchsiebt worden wären. Es handelt sich hier aber nicht um eine mechanische Schädigung, sondern um eine Pilzkrankheit, die in den letzten Jahren vor allem an Kirschen verstärkt auftritt. Viel Niederschlag begünstigt die Krankheit, so dass in diesem Jahr generell mit einem starken Befall zu rechnen ist.

Die Schrotschusskrankheit kann Blätter, Früchte und in manchen Fällen auch das Holz befallen. Am häufigsten ist die Krankheit bei Kirschen zu sehen, kommt aber auch bei allen anderen Steinobstarten vor.
Der Pilz überwintert an den Trieben und wird von dort durch den Regen abgespült. Bereits vor der Blüte kann der Pilz das junge Blattgewebe infizieren. Kurze Zeit nach dem Blattaustrieb sind kleine, kaminrote runde Flecken auf den Blättern zu sehen, die später dunkelbraun werden und meist rotumrandet sind. Die Flecken trocknen mit der Zeit ein und fallen heraus. Die Blätter sehen aus, als wenn sie mit Schrotschusskugeln durchlöchert worden wären. In der Regel beginnt der Befall im unteren Kronenbereich, wo er sich auch stärker ausbreitet. Bei starkem Befall wirft der Baum die betroffenen Blätter ab Ende Juni frühzeitig ab.
Zum Teil werden auch die Früchte befallen, die dann eingesunkene, dunkelbraune bis schwarze Flecken aufweisen. Die Früchte verkrüppeln und sind ungenießbar. An den Zweigen entstehen eingesunkene Stellen, in denen der Pilz überwintert. Von hier, aber auch von hängen gebliebenen, mumifizierten Früchten werden im neuen Jahr die Neuaustriebe wieder infiziert.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist durch regelmäßigen Schnitt eine lichte und lockere Krone zu erhalten, die schnell abtrocknen kann. Dadurch nimmt man dem Pilz nach einem Regenfall die Möglichkeit, sich rasch ausbreiten zu können. Die befallenen Triebinfektionen sind beim Winterschnitt bis in das gesunde Holz zurück zu schneiden. Befallenes Laub und Früchte sollten immer entfernt werden. Niederschlagsreiche Jahre stellen für den Kirschanbau generell ein großes Problem dar.