Sitzplatz im Freien mit Sonnenschirm

Sitzplätze im Freien

Was früher die Hausbank war, die nahe des Einganges stand und auf der man nach getaner Arbeit abends den Tag ausklingen ließ, ist jetzt die Terrasse, meist südseitig im Anschluss des Hauses, mehr oder weniger rechteckig, beschirmt durch eine Markise oder überbaut als Wintergarten. Diese Situation, ursprünglich auch so geplant, erzeugt ein ganz bestimmtes Flair. Das Haus schützend im Rücken, ist man eigentlich ein Teil des Hauses und der Blick in den Garten ist wie der Blick auf eine Kulisse.

Anders ist es mit Sitzplätzen im Garten. Man ist vom Haus weg, sitzt innerhalb von Rasen- und Pflanzflächen und hat den Blick frei auf den Garten und auf das eigene Haus, was wiederum das Gefühl in einem erweckt, ein Teil des Gartens und der Natur zu sein. Während früher die einfache Holzbank unter einem Baum diese Aufgabe erfüllte, sind jetzt dem Gartenbesitzer in seinen Ideen keine Grenzen gesetzt. Während die Terrasse, der Freisitz und der Wintergarten am Haus größenmäßig meist so ausgerichtet sind, dass auch Gäste Platz finden, sind die Sitzbereiche im Garten nur für die eigene Familie gedacht. Die Sitzbereiche am Haus werden auch bei der Planung und beim Bau des Hauses mit einbezogen, die Sitzplätze im Garten entstehen in der Regel erst, nachdem man den Garten schon einige Zeit genutzt hat und die eingrünende Bepflanzung eine räumliche Gliederung ergibt. Man weiß dann, wo man sich zu bestimmten Tageszeiten am wohlsten fühlt, und dort kann man einen Sitzplatz errichten. Meist reicht eine kleine, mit Natursteinmaterial befestigte Fläche, evtl. zur Pflanzfläche hin mit einer niederen Steinmauer abgegrenzt, die einen beschützenden Hintergrund bildet, auf der ein kleiner wetterfester Tisch mit Stühlen steht. Oder an einem passenden Garteneck ein offener Pavillon aus Holz oder Stahl, an dessen Stützen sich Rosen, Clematis und andere Kletterpflanzen hochranken und dadurch eine romantische Idylle schaffen. Möglichkeiten gibt es viele. Man muss nicht die Gartenromantik der Pilcherfilme im Fernsehen ansehen, man kann sie im eigenen Garten erleben. Aber Vorsicht, nicht des Guten zu viel. In den Bau- und Gartenmärkten ist das Angebot für Materialien, Steine, Pflaster, Mauern, Tisch-, Bank- und Stuhlkombinationen, Beigaben wie Gartenleuchten und jeglicher Zierrat so vielfältig, dass die Grenze von einer tollen, dem Umfeld angepassten Gartengestaltung zum Kitschgarten schnell überschritten ist. Nicht alles, was man kaufen kann, passt in unsere Gärten.

Mit Sitzflächen im Garten setzt man Akzente, die gleichzeitig die Aufgabe erfüllen, seinen Garten intensiv bewohnen und nutzen zu können. Der Hauptakteur des Gartens ist aber die Pflanzenwelt, die wir irgendwann erschaffen, gepflanzt haben. Sie bildet den Rahmen und bringt Leben in den Garten. Vorsicht ist auch geboten, den Garten zu sehr zu stylen, ihn wie ein Präsentationszimmer zu gestalten. Anschauen, aber nicht anfassen. Ein Garten soll leben, er soll eine gewisse Natürlichkeit ausstrahlen. Er ist ja auch ein Teil der Natur.