Schildläuse, Ärgernis bei Topf- und Kübelpflanzen

Eine Leserin hat auf ihrem schönen Zitronenbaum Schildläuse, die sie mit Spülmittellauge versucht abzuwaschen, aber auch noch nach anderen Bekämpfungsmethoden sucht. Schildläuse treten vor allem im Winter und im Frühjahr auf verschiedenen Zimmerpflanzen, meist an den Blattunterseiten und an den Blattadern auf. Vor allem Palmen, Oleander, Ficus, Orchideen und hartlaubige Gewächse wie Zitruspflanzen werden befallen. Die Ursache eines Schildlausbefalls liegt überwiegend bei den ungünstigen Rahmenbedingungen der betroffenen Pflanze. Schildläuse befallen gerne geschwächte und mit Stickstoff überdüngte Pflanzen. Im Winter bekommen die meisten Topfpflanzen, die im Sommer im Freien stehen, zu wenig Licht und zu viel Wärme. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Pflanzensaftes, der für eine schnelle Vermehrung der Tiere günstige Bedingungen schafft. Vorbeugend sollten die Standortbedingungen der Pflanzen im Winter, hellere und kühlere Standorte, und damit die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanze verbessert werden. Zusätzlich ist es ratsam, den Boden zu lockern und mit Kompost zu mulchen.

Bei schwachem Befall reicht das wiederholte Abwischen der Tiere und des Honigtaues von den Pflanzen mit einem befeuchteten Lappen oder einer Bürste, eventuell mit Seifenwasser oder Spülmittellauge aus. Wichtig ist, dass im Frühjahr die Stammmütter zerdrückt werden, um eine starke Vermehrung zu unterbinden. Es eignen sich zudem Spritzbrühen aus Zwiebel- oder Kartoffelschalen, Rhabarberblättern, Knoblauch, Brennnessel oder auch Algenpräparate, die allerdings in erster Linie nicht die Schildlaus bekämpfen, sondern die Pflanzen stärken und widerstandsfähig machen. Bei stärkerem Befall kann ein Bestreichen mit Öl (Weißöl, Rapsöl) helfen. Der Ölfilm überzieht den Schild und lässt die darunter sitzenden Schildläuse ersticken. Wichtig ist, dass dieses Bestreichen mit Öl in kurzen Abständen wiederholt wird, um auch die aus den Eiern geschlüpften Larven zu erfassen. Der Schädlingsbefall am Zitronenbaum wird durch zu niedrige Luftfeuchtigkeit begünstigt, was durch häufiges Einsprühen der Pflanze zum Teil verhindert werden kann.

Es gibt mittlerweile Insektizide, die meist wirkungsvoller und besser pflanzenverträglich sind. Sie sind als anwendungsfertige Präparate in Spraydose oder im Handpumpsprüher und als Stäbchen oder Granulate erhältlich, z.B. Pflanzenschutzmittel „Spruzit Schädlingsfrei“, „Schädlingsfrei Careo Spray“, „Zierpflanzenspray Lizetan Plus“ und andere Produkte. Allerdings sollten diese Mittel nur als letzte Möglichkeit verwendet werden, da diese meist einen unkalkulierbaren Eingriff in den Naturhaushalt darstellen. Oft wird verkannt, dass Schildläuse nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge sind. Teilweise gehen sie Symbiosen mit anderen Tieren ein oder sie dienen als wichtiges Nahrungsmittel. Ameisen und Wespen ernähren sich vom Honigtau der Schildläuse und die Wespen bestäuben unsere Pflanzen, vor allem unsere Obstbäume. Verschiedene Vogelarten haben Schildläuse auf ihrem Speiseplan. Sie spielen somit bei der Bekämpfung von Schildläusen eine Rolle.

Bei der Bekämpfung sollten zunächst vorbeugende Maßnahmen und mechanische oder natürliche Methoden angewendet werden, um Pflanzen, Früchte und vor allem die Umwelt nicht unnötig mit Giften zu belasten.