Wenn der Pflaumenwickler die Ernte vernichtet

Mit dem Beginn des Frühlings werden bei den Gartlern nicht nur positive Glückshormone freigesetzt, sondern auch Ängste, hervorgerufen durch Schädlinge, die im letzten Jahr eine Ernte zerstört haben.

Eine Leserin  hat einen zehn Jahre alten Mirabellenbaum der Sorte „Mirabelle de Nancy“, der mittlerweile einen guten Ertrag bringen würde, wenn nicht alle Mirabellen wurmig wären. Schuld ist nach Meinung der Besitzerin der Pflaumenwickler, der als orange-gelbe Made die Früchte mit Kot ungenießbar macht. Äußerlich ist die Schädigung an den Bohrlochöffnungen zu erkennen, an denen farblose Gummitröpfchen sitzen. Die Früchte fallen vorzeitig ab. Den Befall verursachen die Pflaumenwickler-Schmetterlinge, die ihre Eier an die Fruchtansätze und Früchte legen. Die daraus schlüpfenden Maden bohren sich dann in die Früchte.  Die Schädlingslarven überwintern am Boden und unter loser Baumrinde.

Der biologische Pflanzenschutz bietet auch für den Hobbygärtner bereits wirkungsvolle Bekämpfungsmöglichkeiten. Und hat außerdem den Vorteil, dass es keine Belastung von Früchten, Boden und Grundwasser gibt, für Menschen absolut ungefährlich ist, keine Wartezeiten entstehen und die Nützlinge geschont werden.

Mit den parasitären SF-Nematoden der Art Steinernema feltiae können die Larven des Apfel- und Pflaumenwicklers bekämpft werden. Die winzigen, ca. 0,8 mm kleinen Nematoden (Fadenwürmer) werden im Hobby- und Erwerbsgartenbau schon länger erfolgreich zur Bekämpfung der Trauermückenlarven eingesetzt. Die Anwendung erfolgt im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Etwa 70 % der Schädlingslarven befinden sich unter der Baumrinde, wohin die Nützlinge mittels einer Gartenspritze gespritzt werden. Die restlichen 30 % der Larven sind in der Erde unter der Baumkrone, wo die Nematoden gegossen werden müssen. Wichtig ist, dass anschließend nochmals der Boden mit Brause oder Gießkanne ausreichend gewässert wird, damit die ausgebrachten Nematoden in die Erde eingeschwemmt werden. Die Nematoden dringen durch Körperöffnungen  in die Larve ein und geben ein Bakterium ab, das die Larve zersetzt. Tote Larven lösen sich rasch auf.

Leider sind im Handel diese Nematoden nicht zu kaufen, sind aber übers Internet leicht erhältlich.

Zusätzliche Maßnahmen unterstützen die Bekämpfung des Pflaumenwicklers. Es empfiehlt  sich, zusätzlich zwischen Mai und August Pheromonfallen anzubringen, die die Eiablage verhindern. Die Pheromone wirken speziell auf den Wickler und dadurch kann ein Befall erheblich reduziert werden. Durch Anbringen von Baumleimringen im zeitigen Frühjahr kann außerdem das Hochkriechen der Schädlinge am Stamm verhindert werden. Um einem Befall vorzubeugen, sollte man auch abgefallene Früchte möglichst schnell aufsammeln, bevor die Larven die Früchte verlassen und sich verpuppen. Durch kräftiges Schütteln des Baumes kann man das Abfallen der wurmstichigen Früchte herbeiführen. Ab August hilft zusätzlich ein Wellpappegürtel, in den sich die Larven zur Verpuppung zurückziehen und nach dem Abnehmen abgesammelt werden können. Chemische Pflanzenschutzmittel gegen den Pflaumenwickler gibt es derzeit nicht.