Herbstlaub (© G. Lorenz)

Wohin mit dem Laub?

Das Wetter hat uns in diesem Jahr nicht gerade verwöhnt. Vor allem der regenreiche August vermieste vielen die Urlaubslaune und so freuen sich die meisten von uns auf einen schönen Herbst, auf den sprichwörtlichen goldenen Oktober. Schöne Tage mit klarer Luft und noch wärmenden Sonnenstrahlen, die unsere Landschaft in bunte Farben taucht. Bei Spaziergängen erfreuen wir uns an unserer heimischen Natur, wo sich die Blätter unserer Bäume und Sträucher von gelb ins Rot bis ins Purpurrot verfärben. Die Natur stimmt uns auf den nahen Winter ein und verführt uns, unsere Seelen baumeln zu lassen.

Aber halt, war da nicht das Wort Laub.

Laub auf den Wegen, auf der Terrasse, auf der Rasenfläche, auf den Blumen- und Rosenbeeten, unter den Sträuchern, einfach überall nur Laub. Für viele Gartenbesitzer ist der Herbst in erster Linie nicht eine beschauliche, sondern mehr eine Horrorjahreszeit. Wohin mit dem Laub? Säckeweise, ja anhängerweise transportieren wir das Laub in die Grüngutsammelstellen.

Warum produziert die Natur Laub? Alle Laubgehölze, ob Sträucher oder Bäume, benötigen die Blätter zum Assimilieren, hierbei wird CO2 aufgenommen und der für den Menschen lebensnotwendige Sauerstoff abgegeben. Im Herbst, bevor die Gehölze in die Winterruhe gehen, werfen sie das Laub ab und schützen mit der Laubdecke ihren eigenen Standraum. Viele Stauden benötigen diese Schutzschicht, um ohne Schaden über den Winter zu kommen. Gleichzeitig beginnt ein langsamer Verrottungsprozess, durch den das Laub in organische Masse umgewandelt wird, das wiederum den Mikroorganismen im Boden zugute kommt. Zusätzlich werden bei dem Prozess Nährstoffe produziert, die den Pflanzen als wichtige Nahrung dienen. Unsere Bäume und Sträucher ernähren sich selbst.

Laub als Kompost
Kleinere Mengen Laub kann man zusammen mit Garten- und Küchenabfällen kompostieren. Um den Verrottungsprozess zu beschleunigen, sollte man das Laub mit dem Rasenmäher vorher zerkleinern, vor allem schwer verrottbares Laub wie das der Kastanie, Walnuss, Eiche, Pappel und Platane. Wichtig ist, dass man den Laubkompost nicht austrocknen lässt. Innerhalb 1 bis 2 Jahren entsteht ein wertvoller Kompost, der zur Bodenverbesserung und Düngung im Garten eingesetzt werden kann.

Laub auf den Rasenflächen
Das Laub kann man zunächst bedenkenlos auf den Rasenflächen liegen lassen. Mit dem letzten Mähgang wird das Laub zerkleinert und kann, vermischt mit dem Mähgut, kompostiert oder als Bodenabdeckung verwendet werden.

Laub zur Bodenabdeckung
Unter Strauchhecken, auf Staudenbeeten und Gemüseflächen kann das Laub einfach liegen bleiben. Viele Schatten liebende Pflanzen wie Waldsteinie, Lungenkraut, Haselwurz, Elfenblume und Immergrün sind echte Laubschlucker, die das Laub auch zum Überleben benötigen. Bei Sonnenstauden ist das überzählige Laub im Frühjahr vor dem Austrieb vorsichtig abzulesen.
An windgeschützten Plätzen kann man Laubhaufen als Winterquartiere für Igel und Erdkröten aufschütten. Eine sinnvolle Verwertung ist die Verwendung des Laubes bei Hügel- und Hochbeeten.

Wo muss man das Laub entfernen?
Nur von Gehwegen, Treppen und Straßen muss das Laub aus Sicherheits-gründen entfernt werden, wenn möglich aber nicht mit dem Laubsauger. Da er Energie verbraucht, Lärm erzeugt und viele Kleinlebewesen durch den Saug- und Zerkleinerungsvorgang zerstört werden, ist seine Benutzung aus ökologischer Sicht bedenklich.

Laub ist mehr als Abfall oder Dreck. Laub ist ein wichtiger Bestandteil des Ökokreislaufes, zu dem auch unsere Gärten gehören.