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EnEV und Energieausweis für Gebäude

Häufige Fragen zur Energieeinsparverordnung und zum Energieausweis

Was bedeutet EnEV?

EnEV ist die Abkürzung für Energieeinsparverordnung. Seit dem 01.05.2014 gilt die EnEV 2013. In dieser Verordnung werden Anforderungen zum Energiebedarf von Gebäuden und Bauprojekten vorgeschrieben.

Welche Gebäude betrifft die EnEV 2013?

  • Neue Wohngebäude und deren Anlagentechnik zum Heizen, Lüften, Warmwasser und Kühlen,
  • neue Nichtwohngebäude und deren Anlagentechnik zum Heizen, Lüften, Warmwasser, Kühlen und Beleuchten,
  • Baubestand bei bestimmten baulichen Änderungen, Sanierungspflichten, sowie Verkauf und Neuvermietung und
  • große, vielbesuchte Dienstleistungsbauten.

Was ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis dokumentiert den Energiestandard eines Gebäudes. Der Ausweis enthält allgemeine Angaben zum Gebäude, zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern (zum Beispiel Gas, Öl) sowie die Energiekennwerte des Gebäudes. Neue Ausweise für Wohngebäude haben darüber hinaus eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H.

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen:

  • Energieausweis auf Grundlage des Energiebedarfs (Bedarfsausweis)
  • Energieausweis auf Grundlage des Energieverbrauchs (Verbrauchsausweis)

Welche Energieausweise fordert die EnEV 2013?

  • Energieausweis für neu geplante Gebäude (Bedarfsausweis),
  • Energieausweis für wesentlich geänderten Baubestand (Bedarfsausweis),
  • Nachweis des Wärmeschutzes der Außenbauteile bei bestimmten Änderungen im Baubestand,
  • Energieausweis auf der Grundlage des Bedarfs oder des Verbrauchs bei Verkauf und Neuvermietung im Bestand,
  • Energieausweise als öffentlicher Aushang in öffentlichen Gebäuden mit mehr als 500 m² (ab 08.07.2015: 250 m²) Nettogrundfläche.

Im Bestand kann bei Verkauf oder Vermietung meistens zwischen dem Bedarfs- und Verbrauchsausweis entschieden werden. Wohngebäude mit Baugenehmigung vor Nov.1977 und weniger als 5 Wohneinheiten benötigen in der Regel den Bedarfsausweis.

Energieausweis bei Vermietung und Verkauf

Grundsätzlich muss bei Vermietung und Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses der Eigentümer einen Energieausweis vorlegen. Damit sollen Kauf- oder Mietinteressenten über die Höhe der zu erwartenden Energiekosten informiert werden, die bei unsanierten Gebäuden einen großen Teil der Wohnkosten ausmachen.

Erläuterungen dazu, wann ein Energieausweis vorgelegt werden muss, worauf Sie bei Wohnungsanzeigen achten sollten sowie weitere Informationen für Kauf- und Mietinteressenten enthält sehr übersichtlich die Seite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen - Der Energieausweis: Steckbrief für Wohngebäude.

Wie lange gelten Energieausweise?

Die Ausweise gelten solange, wie das Gebäude und die Anlagentechnik nicht geändert werden. Energieausweise im Bestand für Verkauf, Neuvermietung und Aushang gelten zehn Jahre ab ihrem Ausstellungsdatum.

Was kostet ein Energieausweis?

Aufgrund des wesentlich geringeren Aufwands bei der Datenerhebung ist der Verbrauchsausweis günstiger als der Bedarfsausweis. Seine Aussagekraft ist jedoch ebenfalls wesentlich geringer. Verbrauchsausweise werden bereits für unter 100 Euro angeboten. Der Preis für den Bedarfsausweis hängt wesentlich von der Gebäudegröße ab. Er liegt mit mehreren hundert Euro deutlich über den Kosten für einen Verbrauchsausweis. Billigangebote im Internet sind grundsätzlich nicht verboten, jedoch gilt auch hier häufig die Regel: Der Preis entscheidet über die Qualität und Vorsicht bei der Anbieterwahl.

Wer stellt Energieausweise aus?

Den Energieausweis ausstellen dürfen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nur Fachkräfte mit besonderer Aus- und/oder Weiterbildung sowie Berufspraxis (meist Ingenieure, Architekten, Physiker oder Handwerker). Die EnEV regelt die Voraussetzungen. Da es kein amtliches Zertifikat der Zulassung gibt, muss sich der Auftraggeber auf die Aussage des Ausstellers verlassen. Eine vollständige Liste der zugelassenen Aussteller gibt es nicht. Bei der Internetsuche findet man sowohl Portale mit Ausstellerübersichten (meist nach Postleitzahl geordnet) als auch Einzelaussteller. Die Einträge beruhen in der Regel auf ungeprüfte Selbstauskünfte der Aussteller. Eine Datenbank mit Energieberatern, deren Qualifikation regelmäßig überprüft wird, bietet die Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme. Diese Datenbank ist auch Grundlage für die Liste der Energieberater im Landkreis Altötting. Die Wahl eines Ausstellers aus dieser Liste ist insbesondere empfehlenswert, wenn auch eine Modernisierung des Gebäudes geplant ist, da nur hier gelistete Personen die für die Beantragung von KfW-Fördermitteln erforderlichen Sachverständigenbestätigungen ausstellen dürfen.