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Wortwolke Sparkassen-Energiepreis

Sparkassen-Energiepreis 2017


Im Jahr 2017 wurde zum insgesamt vierten Mal der Sparkassen-Energiepreis verliehen. Gesucht wurden Projekte, Initiativen oder Technologien zur Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz, zur Erzeugung regenerativer Energien oder zur alternativen Mobilität. Das Teilnehmerfeld umfasste Kommunen, Unternehmen, Genossenschaften sowie Privatpersonen. Die Bewerbungen kamen aus den Bereichen Effizienzverbesserung von Häusern, Energiesystemen, Druckern, der Versorgung von Häusern mit nachhaltiger Energie, Maßnahmen zum Lärmschutz in Verbindung mit Stromerzeugung und der Software- und Tüftlerentwicklung.



Die drei Preise wurden folgendermaßen vergeben:

Platz 1: PV-Lärmschutzwand der EnergieGenossenschaft Inn-Salzach eG (EGIS eG) und der Stadt Neuötting 

In der Badstraße 3, 84524 Neuötting, ist im September 2016 an der alten B12 eine neue Lärmschutzwand errichtet worden. Das Besondere an dieser Lärmschutzwand ist die Kombination aus Lärmschutz und Stromerzeugung. Zusätzlich zu diesen zwei Eigenschaften kommt noch eine durchsichtige Mittelschicht, welche die Wand optisch deutlich aufwertet. Das Kombinieren von Lichtdurchlässigkeit, Lärmschutz sowie Stromerzeugung ist in dieser Form einmalig und nimmt eine Vorreiterrolle ein. Das Konzept dieser Wand wurde eigens für dieses Projekt entwickelt und erstmalig umgesetzt.

Die PV-Lärmschutzwand ist 234 Meter lang und 5 Meter hoch, die installierten PV-Module besitzen eine Gesamtleistung von 64,4 kWp. Pro Jahr werden knapp 51.000 kWh Strom erzeugt, was einer CO2-Einsparung von ca. 30.000 kg/Jahr entspricht. Ein großer Vorteil des Standorts dieser PV-Lärmschutzwand ist, dass die neu gebaute Montessori-Schule knapp 40 Prozent des erzeugten Stroms direkt vor Ort selbst verbraucht. Die restlichen 60 Prozent des Strombedarfs der Montessori-Schule werden über den Öko-Strom-Tarif der EGIS eG gedeckt. Der überschüssige Strom aus der PV-Lärmschutzwand wird in das Netz eingespeist und nach EEG vergütet. 

Die Investitionssumme der EGIS eG betrug knapp 76.000 Euro. Neben der optischen Attraktivität besticht die Lärmschutzwand dadurch, dass mittels Photovoltaik Strom erzeugt wird, ohne Flächen zu versiegeln. Das Zweckmäßige wird mit dem Sinnvollen verbunden. 

Die Jury würdigt das Projekt mit dem ersten Platz, weil die EGIS eG in Zusammenarbeit mit der Stadt Neuötting großen Innovationsgeist und Durchsetzungswillen bewiesen hat. Zudem handelt es sich bei der Anlage um ein Pionierprojekt und kann als Vorbild für weitere Lärmschutzprojekte dienen.

Platz 2: Sonnenhaus mit KfW40-Standard 

Den zweiten Platz belegt die Familie Winterer aus Halsbach. Sie errichteten 2014/2015 ein Sonnenhaus mit KfW40-Standard. Ziel des Neubaus war die Schaffung eines Mehrgenerationenhauses mit drei Nutzungseinheiten und einem hohen solaren Deckungsgrad. Die im Haus benötigte Energie wird zu 100 Prozent aus einer nachhaltigen Energieversorgung ohne fossile Energieträger bezogen. Das Haus besitzt eine thermische Solaranlage sowie eine Pelletheizung inkl. zwei Pufferspeicher mit je 6.000 Litern Fassungsvermögen. Weitere wesentliche Elemente des Gebäudes sind eine PV-Anlage auf dem Haus- und Garagendach sowie eine automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Um jedoch den KfW40-Standard zu erreichen, mussten noch wärmedämmende Ziegeln und dreifach verglaste Fenster verbaut werden. Der Wärmebedarf des Gebäudes erfüllt die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A+ (<30 kWh/m2*a).

KfW40-Haus bedeutet, dass der Primärenergieverbrauch eines Gebäudes bei nur 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs des Referenzgebäudes nach Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt. Bei dem Projekt der Familie Winterer stand nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, sondern das Schaffen von nachhaltigem Wohnraum. 

Die Jury prämiert diese ideelle Denkweise, weil es nur selten zu sehen ist, dass beim Hausbau vor allem auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Ein zusätzliches Highlight ist die Anschaffung eines Elektroautos, denn so deckt die Familie Winterer alle Felder der Energiewende ab – Strom, Wärme und Mobilität.

Platz 3: Microgrid 

Das eingereichte Projekt von Florian Antwerpen ist das Resultat seiner Bachelorarbeit an der Technischen Universität München. Die Software, die er hierbei entwickelte, ermöglicht es abzuschätzen, wie sich der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Integration eines Batteriespeichers auf ein industrielles oder gewerbliches Stromnetz auswirken. Der installierte Batteriespeicher dient zum Abfangen von Spitzenlasten im Strombedarf und kann so die Kosten für den Stromabnehmer senken. Vereinfacht geht die Software wie folgt vor: Sie analysiert ein vorhandenes Inselstromnetz mit eigenen Erzeugern (Blockheizkraftwerk und Dieselgenerator), einem Batteriespeicher sowie Verbrauchern. Die Software ist in der Lage herauszufinden, welche Zusammenstellung von verschiedenen Erzeugern und Speichern für individuelle Stromverbräuche und Lastgänge am vorteilhaftesten ist und hilft somit dem Anwender, sein Stromnetz zu optimieren. 

Die Jury schätzt den Innovationsgeist dieses Projekts sehr und ist sich einig, dass eine solche Software für Betriebe aber auch für Energieversorger heute und in Zukunft sehr wichtig sein kann, weshalb Herrn Antwerpen der dritte Platz verliehen wird.

Sparkassen-Energiepreis-Plakat 2017

Sparkassen-Energiepreis des Landkreises Altötting


Der Energiepreis ist innerhalb der Bayerischen Klimawoche im Jahr 2008 erstmalig vergeben worden. Mit diesem Preis sollen beispielgebende Projekte im Landkreis Altötting auf dem Gebiet der Energieinnovation ausgezeichnet werden. Dabei können energetisch besonders wirkungsvolle Initiativen oder Projekte, bei denen klug durchdachte Alltagslösungen im Vordergrund stehen, ebenso gewürdigt werden, wie die Realisierung besonderer technischer Innovationen zur Energieeinsparung sowie Maßnahmen, bei denen auf eine zukunftsfähige, nachhaltige Energieversorgung geachtet wurde. Bei der zweiten Verleihung 2012 wurde die zukünftige Kooperation mit der Sparkasse Altötting-Mühldorf bekanntgegeben, so dass der Energiepreis seit dem Wettbewerb im Jahr 2014 den Namen “Sparkassen-Energiepreis des Landkreises Altötting“ trägt.

Solange der sehr positive Zuspruch beim Sparkassen-Energiepreis anhält, ist vorhergesehen alle drei Jahre einen Wettbewerb stattfinden zu lassen. Die jeweiligen Teilnahmebedingungen werden rechtzeitig auf der Homepage des Landratsamtes zur Verfügung gestellt. Neben einem Preisgeld erhalten die Gewinner die attraktive Sparkassen-Energiepreis-Plakette. Die Siegerbeiträge werden jeweils in feierlicher Runde im Sparkassensaal Altötting vorgestellt und prämiert.


Siegerliste des Sparkassenenergiepreises

(Titel des Beitrages, Teilnehmer, Ort)

  1. Platz 2. Platz 3. Platz


2017


PV-Lärmschutzwand

EnergieGenossenschaft Inn-Salzach eG & Stadt Neuötting, Neuötting 

Sonnenhaus KFW40

Familie Winterer, Halsbach

Microgrid

Florian Antwerpen, Halsbach
2014

Vermeidung von Emissionen bei der Gemüseproduktion

Gemüsebau Steiner GmbH & Co KG, Kirchweidach

Hackschnitzel für das Pfarrzentrum

Katholische Pfarrkirchenstiftung Burgkirchen am Wald, Tüßling

Wasserversorgung mittels hydraulischer Widder

Teilnehmergemeinschaft Alzgern Vorstandsschaft, Neuötting

2012

Hackschnitzelheizung und energetische Sanierung

Gemeinde Perach

BHKW & Nahwärmenetz

Sportverein Unterneukirchen e.V.

Kläranlage Co-Vergärung

Gemeinde Garching a.d. Alz

Biogas und Freibad

Stadt Töging a. Inn

nicht vergeben
2008

Sanierung Zweifamilienhaus

Herr Altweg, Erlbach

Neubau Passiv-Einfamilienhaus

Fam. Liedl, Marktl

Sonderpreise an:

Innovative Lichtreflektoren

Fa. WTW-Metalldesign, Winhöring

Energiekataster

Energieagentur Altötting

 

Weitere Informationen:

2017


2014

 

2012


2008