Trinkwasserhygiene

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Dr. Franz Schuhbeck (Abteilungsleiter) Gesundheit Arzneimittelverkehr
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franz.dr.schuhbecklra-aoede

Abteilungsleiter

Schuhbeck (Abteilungsleiter)
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Aufgaben aus dem Geschäftsverteilungsplan

Gesundheitliche Belange von Trink- und Abwassereinrichtungen, Schwimm- und Badegewässern

Perfluorierte Tenside (PFT)

Perfluorierte Substanzen in Blutproben aus dem Landkreis Altötting:  Beurteilung des Risikos für Hoden- und Nierenkrebs in den untersuchten Gemeinden

Ab Ende der 1960er Jahre bis 2008 wurde Perfluoroctansäure (PFOA) im Werk Gendorf als Hilfsstoff bei der Herstellung von Fluorpolymeren verwendet. 

Eine Exposition über das Trinkwasser der Bevölkerung der Gemeinde Burgkirchen a. d. Alz, Emmerting, Haiming, Kastl, Markt Tüßling, Stammham, Markt Tüßling sowie der Standort Neuötting  ist bekannt. 

Für diese Exposition wurde in internationalen Studien ein erhöhtes Risiko für Hoden und Nierenkrebs berichtet.  

Das Zentrum für Krebsfrüherkennung und Krebsregistrierung am Bayer. Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat für die genannten Gemeinden eine Auswertung der Krebsdaten für den 12-Jahres-Zeitraum 2003 bis 2014 durchgeführt. 

Zusammenfassend betrachtet ergeben sich derzeit keine Hinweise auf eine relevante Erhöhung des Risikos einer Neuerkrankung an Hoden- bzw. Nierenkrebs gegenüber dem bayerischen Durchschnittswert für die Bevölkerung in den Gemeinden Burgkirchen a. d. Alz, Emmerting, Haiming, Kastl, Markt Marktl, Stammham, Markt Tüßling sowie der Stadt Neuötting. 

Das Ergebnis der Auswertung ist auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht.

Link zum LGL

 

PFT-Messwerte (perfluorierte Tenside) im Trinkwasser

Informationen über PFT-Messwerte (perfluorierte Tenside) im Trinkwasser des Landkreises Altötting, entnehmen Sie bitte folgendem Link des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Perfluoroktansäure (PFOA)-Humanbiomonitoring

Zur Produktion von Fluorpolymeren wurde im Chemiepark Gendorf ab Ende der 60er Jahre Perfluoroktansäure (PFOA) als Hilfsstoff (Emulgator) verwendet.  Dieser Stoff wird in Gendorf seit 2003 nicht mehr hergestellt und seit 2008 nach der Entwicklung eines Ersatzstoffes (ADONA) nicht mehr verwendet. 

Aufgrund ihrer thermischen und chemischen Stabilität sowie ihrer Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Verwitterung gehört PFOA zu den langlebigen und schwer abbaubaren Stoffen. PFOA war in Gendorf über das Abwasser in die Alz gelangt, wurde aber auch über die Abluft in die Atmosphäre abgeben und als Niederschlag im Boden abgelagert. Durch Auswaschung durch versickernde Niederschläge gelangt PFOA ins Grundwasser und kann über den Grundwasserstrom Trinkwasserversorgungseinrichtungen erreichen. Über das Trinkwasser wurde PFOA dann von den Menschen aufgenommen.

Um die aus der Trinkwasserbelastung resultierende Belastung der Menschen durch Per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) abschätzen zu können, wurden im Rahmen eines Humanbiomonitorings Plasmaproben von 26 Blutspendern aus Emmerting untersucht, die im Sommer 2015  Blut gespendet hatten. Außerdem wurden 60 historische Proben aus Emmerting des Jahres 2009 untersucht:

Während für Perfluoroktansulfonat (PFOS) eine deutliche Abnahme der Blutkonzentrationen zu beobachten ist (2009: Median 6,0 µg/l; 2015:; Median 2,4 µg/l), trifft dies bei PFOA nur auf die Spitzengehalte zu, während sich im Median ( 2009: 15,6 µg/l; 2015: 26,9 µg/l) keine rückläufige Tendenz beobachten lässt. (Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist der Wert, der an der mittleren, zentralen Stelle steht, wenn man die Werte der Größe nach sortiert.) ADONA wird überwiegend nur im Bereich der Bestimmungsgrenze gefunden.

Der Humanbiomonitoring-Wert-1 (HBM-1-Wert) für PFOA von 2 µg/l Blutplasma wurde in 85 von 86 untersuchten Blutproben von Blutspendern aus der Gemeinde Emmerting der Jahre 2009 bzw. 2015 überschritten. Dieser HBM-1-Wert war 2016 im Rahmen einer Neubewertung von PFOS und PFOA durch die Kommission Humanbiomonitoring am Umweltbundesamt abgeleitet worden. Die Neubewertungen war insbesondere deshalb notwendig geworden, da epidemiologische Studien reproduzierbare Effekte auf die Schilddrüse, das Immunsystem und die Reproduktion (Fortpflanzung) in sehr niedrigen Dosisbereichen ergeben haben.

Die Ergebnisse der Untersuchungen von Blutproben aus Emmerting und Passau sowie einer Kontrollgruppe aus München mit toxikologischer Bewertung wurden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht (http://www.lgl.bayern.de/downloads/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/doc/adona_sachstandsbericht.pdf).  Auf den Seiten des LGL finden sich auch weiterführende Informationen zu  Per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) einschließlich deren Ersatzprodukte (http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/kontaminanten/pfas/index.htm


Trinkwasser

Informationen zum Vollzug der Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

Gesetz:

Die Trinkwasserverordnung soll die Qualität des Wassers schützen und verbessern. Sie basiert auf dem deutschen Infektionsschutz-Gesetz und der EG-Trinkwasserrichtlinie.

Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit nach Maßgabe der folgenden Vorschriften zu schützen.


Novellierte TrinkwV

Rechtlichen Grundlagen, Empfehlungen und Regelwerke siehe auch unter:

 Die TrinkwV unterscheidet gemäß § 3 u. a. folgende Wasserversorgungsanlagen  

a)   zentrale Wasserwerke (a-Anlagen)

Anlagen einschließlich des dazugehörenden Leitungsnetzes, aus denen pro Tag mindestens 10 Kubikmeter Trinkwasser entnommen oder auf festen Leitungswegen an Zwischenabnehmer geliefert werden oder aus denen auf festen Leitungswegen Trinkwasser an mindestens 50 Personen abgegeben wird  

b) dezentrale kleine Wasserwerke (b-Anlagen)

Anlagen einschließlich des dazugehörigen Leitungsnetzes, aus denen pro Tag weniger als 10 Kubikmeter Trinkwasser entnommen oder im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit genutzt werden, ohne dass eine Anlage nach Buchstabe a oder Buchstabe c vorliegt  

c)  Kleinanlagen zur Eigenversorgung (c-Anlagen)

 Anlagen einschließlich der dazugehörigen Trinkwasser- Installation, aus denen pro Tag weniger als 10 Kubikmeter Trinkwasser zur eigenen Nutzung entnommen werden  

e)   ständige Wasserverteilung (Trinkwasser-Hausinstallationen)

Anlagen der Trinkwasser- Installation, aus denen Trinkwasser aus einer Anlage nach Buchstabe a oder Buchstabe b an Verbraucher abgegeben wird 


Weiterführende Informationen:

Zentrale Wasserwerke (a-Anlagen)

  • Probenahmeplanung:

Gemäß § 19 Abs. 2 TrinkwV 2001 ist das Gesundheitsamt verpflichtet, für alle Wasserversorgungsanlagen nach § 3 Nr. 2 a TrinkwV einen Probennahmeplan zu erstellen, der die Erfüllung der Berichtspflicht gemäß § 21 TrinkwV sicherstellt.

Dazu ist im jeweiligen Probennahmeplan festzulegen:

1. die Häufigkeit von Untersuchungen (gemäß Anlage 4 TrinkwV)

2. der Untersuchungsumfang für die routinemäßigen und umfassenden Untersuchungen sowie

3. der Untersuchungszeitpunkt und die Probennahmestelle

Vorlagen für Probennahmeplan und Jährlichen Trinkwasserbericht sowie Informationen zur elektronischen Befundübermittlung (SEBAM)

 

  • PSM-Konzept

Pflanzenschutzmittel und deren Metaboliten sind sowohl im Trink- als auch im Roh- und Grundwasser unerwünschte Kontaminanten. Wie die PSM-Wirkstoffe können auch deren Abbauprodukte u. U. toxikologische Wirkungen oder biologische Aktivität aufweisen. Um frühzeitig negative Veränderungen in dem für Trinkwasserzwecke gewonnenen Grundwasser bzw. im Trinkwasser zu erkennen und frühzeitig Abhilfemaßnahmen ergreifen zu können, ist es notwendig, dieses Wasser regelmäßig auf Spuren von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und deren Metaboliten

zu untersuchen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt wird.

Für die Betreiber einer Trinkwassergewinnungsanlagen besteht deshalb nach der Eigenüberwachungs- sowie der Trinkwasserverordnung die Verpflichtung, ihr Roh- und Trinkwasser auf diejenigen PSM zu untersuchen, die in größeren Mengen und/oder über längere Zeiträume im Einzugsgebiet angewendet werden bzw. die aufgrund der dortigen landwirtschaftlichen Nutzungen oder bei jetzt verbotenen Mitteln als Folge des früheren Einsatzes vorhanden sein können. Neben den PSM-Wirkstoffen sind dabei auch deren Abbauprodukte zu berücksichtigen, die persistenter, toxischer und grundwassergängiger als die Ausgangswirkstoffe sein können (relevante Metaboliten).

Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt wurde für Ihre Wassergewinnungsanlage (WGA) ein spezifisches Untersuchungsprogramm erarbeitet.

dezentrale kleine Wasserwerke (b-Anlagen)

Kleinanlagen zur Eigenversorgung (c-Anlagen)

Ständige Wasserverteilung (Trinkwasser -Hausinstallationen)

  • Untersuchung auf Legionellen

Welche Untersuchungspflichten auf Legionellen bestehen nach TrinkwV?

Der Unternehmer und der sonstige Inhaber, der eine mobile oder ortsfeste Trinkwasser-Installation betreibt, hat diese auf Legionella spec. zu untersuchen, wenn

  • sich darin eine Großanlage* zur Trinkwassererwärmung befindet
  • und Duschen oder andere aerosolerzeugende Einrichtungen (z.B. Whirlwanne) darin vorhanden sind,
  • und wenn daraus Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen und/oder öffentlichen Tätigkeit abgeben wird.

Die Untersuchungen müssen gemäß § 14 Absatz 3 TrinkwV erfolgen und zwar ohne Veranlassung durch das Gesundheitsamt. Es gelten die zeitlichen Vorgaben gemäß Anlage 4 TrinkwV:

  • Anlagen (öffentliche Tätigkeit): mindestens jährlich
  • Anlagen (gewerbliche Tätigkeit): mindestens alle 3 Jahre, Erstuntersuchung spätestens bis 31.12.2013

 

*Eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung ist definiert als eine Anlage mit

  • Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer jeweils mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder
  • einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle; nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung. Bei neueren Anlagen kann der Planer oder Ersteller diese Angaben i.d.R. exakt aus der Rohrnetzberechnung entnehmen. Bei älteren und kleineren Anlagen ist oft nur eine grobe Abschätzung anhand der sichtbaren Rohrdurchmesser und des Abstands zur entferntesten Zapfstelle möglich. Beispielsweise würde eine Großanlage bei einer Nennweite DN 15 (= ½’’ Stahlrohr oder 18 x 1 Kupferrohr) bei Rohrlängen ab 15 m vorliegen, bei DN 25 (1’’ oder 28 x 1,5) bereits ab etwa 5,17 m Rohrlänge.

 

Wie wirkt sich die Änderung der Trinkwasserverordnung in 2012 in Bezug auf die Legionellen-Untersuchung und –Bewertung aus?

2. Änderung der Trinkwasserverordnung vom Dez. 2012 – Legionellen-Untersuchung und –bewertung


Legionellen – die am häufigsten gestellten Fragen

http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasser/legionellen.htm

 

Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung (Empfehlung des Umweltbundesamtes) 

 

Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes - Anzeige einer Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes (TMW) für Legionellen gemäß § 16 Abs.1 und der Maßnahmen nach § 16 Abs. 7  TrinkwV 2001

 

Empfehlungen für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung des Umweltbundesamtes


Meldepflichten gemäß Trinkwasserverordnung

§ 13 Trinkwasserverordnung - Anzeigepflichten

Dem Gesundheitsamt ist schriftlich anzuzeigen:

  1. die Errichtung einer Wasserversorgungsanlage spätestens vier Wochen im Voraus;  
  2. die erstmalige Inbetriebnahme oder die Wiederinbetriebnahme einer Wasserversorgungsanlage spätestens vier Wochen im Voraus sowie die Stilllegung einer Wasserversorgungsanlage oder von Teilen von ihr innerhalb von drei Tagen;  
  3. die bauliche oder betriebstechnische Veränderung an Trinkwasser führenden Teilen einer Wasserversorgungsanlage, die auf die Beschaffenheit des Trinkwassers wesentliche Auswirkungen haben kann, spätestens vier Wochen im Voraus;  
  4. der Übergang des Eigentums oder des Nutzungsrechts an einer Wasserversorgungsanlage auf eine andere Person spätestens vier Wochen im Voraus;  
  5. die Errichtung oder Inbetriebnahme einer Wasserversorgungsanlage sowie die voraussichtliche Dauer des Betriebes so früh wie möglich.

Meldeformulare für anzeigepflichtige Anlagen gemäß Trinkwasserverordnung

Meldeformular einer Wasserversorgungsanlage allgemein gemäß § 13 Abs.2 Nr.1-3  TrinkwV in der jeweils gültigen Fassung

Meldeformular einer mobilen, nicht ortsfesten Anlage gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 4 TrinkwV in der jeweils gültigen Fassung

Meldeformular einer Trinkwasser-Installation bei öffentlicher Tätigkeit* gemäß § 13 Abs.2 Nr.5  TrinkwV in der jeweils gültigen Fassung

Meldeformular einer zeitweisen Wasserverteilungsanlage gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 6 TrinkwV in der jeweils gültigen Fassung

Meldeformular einer zusätzlichen NICHT-Trinkwasseranlage  gemäß § 13 Abs.4 TrinkwV in der jeweils gültigen Fassung

 

Trinkwasseruntersuchungsstellen – Labore

Bayerische Landesliste für Trinkwasseruntersuchungsstellen

Akkreditierte und zugelassene Untersuchungsstellen zur Bestimmung von Radionukliden im Trinkwasser

Radioaktivität

Akkreditierte und zugelassene Untersuchungsstellen zur Bestimmung von Radionukliden im Trinkwasser:

Liste der Untersuchungsstellen

Hintergrundinformationen zu Radioaktivität im Grund- und Trinkwasser in Bayern:

Hintergrundinfos