Auswirkungen der Neubewertung PFOA durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

Trinkwasser

Zur Reduktion der PFOA-Gehalte im Trinkwasser der öffentlichen Trinkwasserversorgung im Landkreis Altötting wurden bereits in den vergangenen Jahren Maßnahmen wie die Ausstattung von Brunnen zur Trinkwassergewinnung mit Aktivkohlefilteranlagen ergriffen – mit Erfolg: Alle im Landkreis Altötting gemessenen Trinkwasserwerte (Stand: Juni 2019) liegen um ein Vielfaches unter dem derzeit gültigen Trinkwasserleitwert (0,1 µg/l). Es konnte sogar erreicht werden, dass die PFOA-Konzentration im Trinkwasser in den meisten Fällen unter der Bestimmungsgrenze (0,004 µg/l) liegt.

Ziel aller Maßnahmen war schon weit vor der Neubewertung der EFSA und unabhängig von den gültigen Leitwerten, eine PFOA-Belastung des Trinkwassers mithilfe der aktuellen technischen Möglichkeiten weitestgehend zu vermeiden. Zur Sicherstellung dieses Ziels wird das Trinkwasser aus allen relevanten Trinkwasserversorgungsanlagen des Landkreises Altötting regelmäßig durch das das Gesundheitsamt Altötting und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überwacht. Bei Auffälligkeiten können so unmittelbar die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um einer möglichen Belastung der Bevölkerung entgegenzuwirken. Das LGL und das Gesundheitsamt Altötting informieren über die Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchungen laufend über die Homepage des LGL (Link siehe unten).

Nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand besteht kein Grund zur Sorge: Die PFOA-Werte im Trinkwasser liegen entweder unterhalb der methodischen Nachweisgrenze oder sind äußerst gering, sodass aus gesundheitlichen Gründen nichts gegen einen täglichen Konsum des Trinkwassers spricht. 

Die Untersuchungsergebnisse zum Trinkwasser finden Sie unter>> 

 

Lebensmittel

Zudem werden seit Jahren vom Landratsamt Altötting in Zusammenarbeit mit dem LGL Lebensmittelproben kontinuierlich untersucht. Dabei wurden in der Mehrzahl der Proben keine oder nur eine relativ geringe Belastung mit perfluorierten Alkylsubstanzen festgestellt. Höhere Werte wurden  häufiger im Fleisch, besonders aber in den Innereien von Wildschweinen festgestellt, die sehr stark in PFOA-kontaminierte Böden wühlen, worauf das Landratsamt Altötting bereits im Jahr 2011 vor dem Verzehr von Lebern und Nieren (als Ausscheidungsorgane am stärksten belastet) gewarnt hat. Im Jahr 2018 wurde schließlich im Landkreis Altötting auch noch eine sog. „Wildschweinprämie“ für die Jagdausübenden  eingeführt, die unter anderem auch darauf abzielt, dass möglicherweise mit PFOA belastetes Wildschweinfleisch erst gar nicht in den Handel gelangt und direkt der unschädlichen Beseitigung zugeführt wird. Ebenfalls eine Verzehrwarnung sprach das Landratsamt für Fische aus der Unteren Alz aus, bei denen ebenfalls erhöhte Werte an perfluorierten Stoffen nachgewiesen werden konnten.

 

Bodenaushub

In der abgeschlossenen Detailuntersuchung hat sich der Verdacht auf das Vorliegen einer großflächigen Bodenbelastung durch PFOA-Emissionen bestätigt. Hier bleibt es bei größeren Bauvorhaben, bis zum Vorliegen eines allgemein gültigen Bodenschutzkonzepts, bei der bisherigen Praxis, wonach grundsätzlich eine Umlagerung und Wiedereinbringung von PFOA-belastetem Aushub im betroffenen Gebiet möglich ist, soweit die Bodenfunktionen nicht zusätzlich beeinträchtigt werden und die Belastungssituation nicht nachteilig verändert wird. Dabei muss jeder Einzelfall gemeinsam mit den Fachbehörden gesondert betrachtet und  geprüft werden.