Lebenserwartung und Sterbefälle bei rechtlich Betreuten

Die Lebenserwartung der Bevölkerung in Deutschland steigt seit langem an. Im Jahr 2020 untersuchte das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock/Deutschland die Sterbedaten aus den Jahren 2014 – 2017 für alle Landkreise in Deutschland. (https://www.demogr.mpg.de/de/news_events_6123/news_pressemitteilungen_4630/presse/lebenserwartung_in_landkreisen_richtig_lang_lebt_man_nur_in_sueddeutschland_8165) Demnach ergab sich für den Landkreis Altötting eine durchschnittliche Lebenserwartung von

  • 83,81 – 84,37 Jahren für Frauen und
  • 79,58 – 81,16 Jahren für Männer

Rechtlich Betreute im Landkreis Altötting gehören seit 2010 im Durchschnitt zu 56% den 60- bis über 100-Jährigen an. Seit 2015 bleibt ihre absolute Zahl in etwa gleich. Es kann deshalb in dem Zeitraum ein Vergleich gezogen werden.

Stichtag 31.12.

Eine durchschnittliche Lebenserwartung bedeutet auch, dass die meisten Menschen in einem mehrjährigen Zeitraum um dieses errechnete Alter versterben.

Das Thema „Sterben“ macht vielen Angst.

Wer jedoch Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet hat, weiß: Es kommt ein Zeitpunkt, ab dem wir Schwerkranken oder Hochbetagten nichts Gutes mehr geben können, das sie selbst noch als gut erleben. Dann ist es Zeit, sie gehen zu lassen. Der Tod ist für sie eine Befreiung.

Rechtlich Betreute sind alle mit sehr schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen belastet. Betrachtet man im Landkreis Altötting die Zahl der Verstorbenen dieser Gruppe in den Jahren 2015 bis 2020 nach Alter, zeigt sich ein der menschlichen Natur entsprechendes Bild.

Stichtag 31.12.

Rechtlich Betreute und Covid-19 im Jahr 2020

Das Jahr 2020 war sehr belastend. Internationale Medienagenturen wählten und setzten anhaltend und gezielt Bilder und Filmsequenzen aus anderen Ländern in schockierende Szenarien. Eine Überprüfung der Realität war aufgrund der geographischen Distanz kaum möglich. Mit dieser Berichterstattung traumatisierte man im März und April sehr viele Menschen.

Ein solches Vorgehen ist unnötig und unentschuldbar. Von Menschen hervorgerufene Katastrophen führen in der Regel dazu, dass sich die Bevölkerung gegenseitig bekämpft.

Bei Naturkatastrophen sind Menschen von sich aus solidarisch. Alle wollen überleben und sich gegenseitig unterstützen.

Große Sorge um die rechtlich Betreuten bewegte alle Angehörigen, alle Fachkräfte in Heimen und Kliniken, alle Ärzte und Ärztinnen, und auch alle Verantwortlichen im Betreuungswesen des Landkreises Altötting. Sie alle haben jedoch Erfahrung darin, die Wehrlosesten unserer Gesellschaft gut zu versorgen und vor weiteren gesundheitlichen Risiken zu schützen. Gleichwohl gibt es im Leben kaum 100%ige Sicherheiten.

Ein Vergleich der maximalen und minimalen Sterbezahlen in der jeweils 1. – 52. Kalenderwoche von 2015 bis 2019 mit den realen Sterbezahlen aus dem Jahr 2020 lassen erahnen:

Rechtlich Betreute in unserem Landkreis waren vom 01.01. bis 31.12.2020 bei ihren Angehörigen und in den Facheinrichtungen so gut aufgehoben, dass die Sterblichkeit in dem Bereich der fünf davorliegenden Jahre lag (hellblaue Linie).

Die dunkelblaue Linie zeigt für einen zusätzlichen Vergleich die Zahl der Todesfälle bei rechtlich Betreuten im Jahr 2019, die grüne Linie die Zahl der Todesfälle in den ersten Wochen des Jahres 2021.