Erntedank (c) Pixabay / bernswaelz, 2017

Erntedankfest

 

Unser täglich Brot gib uns heute!

Das Erntedankfest

Dem Schöpfer für eine gute Ernte danken zu wollen, scheint ein archaisches Bedürfnis agrarisch lebender Menschen zu sein. Solange sich der Mensch als Teil einer göttlichen Schöpfung begreift, wird er Teile dieser Schöpfung wie seine Nahrung aus Ackerbau und Viehzucht auf Gott zurückführen und sich zu Dank verpflichtet wissen.
Alle Religionen betrachten die Früchte der Erde als Gottes Geschenk und der Abschluss der Ernte war stets Anlass zu Dankesfeiern.
Schon Kain brachte dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes und Abel ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde. Aus dem Alten Testament wissen wir auch von zwei Erntefesten – das Getreide-Erntefest (zu Pfingsten) und das Laubhüttenfest als Weinfest und allgemeines Erntedankfest.
Erntedankelemente sind auch in vergleichbaren Festivitäten enthalten:
Der Almabtrieb in den Bergen beinhaltet sie ebenso wie manche Heiligenfeste im Spätherbst. Das Fest des hl. Michael (29. September) gehört dazu wie das des hl. Martin (11. November), an dem der neue Wein getrunken und die Martinsgans gebraten wird.
Im Christentum ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert bezeugt. Die Christen danken für die Erfüllung der 4. Bitte im Vaterunser.


Das Erntedankfest wird heutzutage  am letzten Sonntag im September oder am 1. Sonntag im Oktober in den örtlichen Pfarreien gefeiert.  Feld- und Gartenfrüchte zieren an diesem Tag die Altäre und an manchen Orten werden zum Erntedankfest kirchliche Prozessionen gefeiert.
Die Gläubigen geben nach einem guten Erntejahr meist einen höheren Geldbetrag bei der Opfersammlung.
In vielen Kirchen wird der Erntedankgottesdienst volksmusikalisch mitgestaltet.

   

Lied zum Erntedank:

Was uns die Erde gutes spendet,
was unsrer Hände Fleiß vollbracht,
was wir begonnen und vollendet,
sei, Gott und Herr, zu dir gebracht.

(Altes Lobgottes Nr. 490)