Kirche (c) Pixabay / MichaelGaida, 2019

Kirchweihsonntag und Kirchweihmontag


Der Kirchweihsonntag ist der 3. Sonntag im Oktober. Der Kirchweihmontag einen Tag darauf war bis in die achziger Jahre ein sogenannter halber Bauernfeiertag. Dieser wird hauptsächlich im Alpenraum noch hochgehalten. Im Landkreis Altötting und fast ganz Bayern wurde dieser halbe Feiertag für den Faschingsdienstag geopfert.

Wenn auch der Bauern- und Dorfkirta in seiner ursprünglichen Gestaltungsform nachgelassen hat, sollte man sich auf eine traditionelle Gestaltung dieses Festes wieder besinnen. Im kirchlichen Rahmen wäre eine volksmusikalische Gestaltung durchaus angebracht. Zum weltlichen Kirta gehört die „Kirtahutsch'n“, die mit zwei Ketten oder Seilen im Stadltor, oder mit vier Ketten in der Hofeinfahrt bzw. im Stadl aufgehängt ist. Eine Blettlhutsch'n -ein schweres Brett und ein Schragen-  auf der Wiese oder im Hof aufgestellt, ist für die Kinder ein Vergnügen.

Die Bäuerin sorgt mit Kiachen, Kaffee, Kracherl, Most und Bier, dass kein Hunger und Durst ausbricht. Zum Kirta gehört auch der Tanz. Eine Dorf-Musi mit der gewohnten Zusammensetzung sorgt für überlieferte bayerische Tanzmusik. Viele Kirta-Besucher machen sich heutzutage lieber einen gemütlichen Nachmittag bei Essen und Trinken als sich mit Tanz anzustrengen.

In einigen Orten Bayerns, wo der Kirchweihmontag noch ein halber Feiertag ist, spielt in den Gasthäusern Volksmusik am Nachmittag zur Unterhaltung der Gäste.

   

Kirta-Lied:

Jetzt is amoi sa Kirta, des is de schöna Zeit,
da gibt’s a lustig's Leb'n für alle Bauernleut!
Da woll'ma tanz'n, singa, da gibt’s koa Müah und Plag!
Guat ess'n und a trinka den liab'n langa Tag.

Die Bäurin in da Kuchl hat's gnädi wia ma's siecht.
Sie hat uns scho die Küache und's Kirtabratl gricht.
Sie laßt si's net derbarma, nimmt Schmalz und Oar und Mehl,
es san ja alle Kist'n und alle Truhan voll.

Und draußt in unserm Stadl da hörst die Dirndl'n schrein,
da toan ma kirtahutsch'n, ja, halt's enk nur fest ein.
Die Buam toan auffitaucha, daß's in de Kett'n kracht,
und jeder führt sei Dirndl zum Kirtatanz auf d'Nacht.

(Volksgut)