Volksmusikpflege

Die G'schicht der Volksmusik

Wo bäuerliche Bräuche entstanden, entwickelte sich auch die traditionelle Volksmusik. Heute lebt dieser Teil ländlicher Kultur wieder auf, wird weiter gepflegt oder neu interpretiert.

Originäre und unkitschige Volksmusik stammt aus Zeiten, in denen es weder das Radio noch Fernsehen gab und letzteres noch keine abendfüllende Freizeitbeschäftigung, um in den dunklen Wintermonaten, wenn auf den Feldern nichts zu tun war, zu musizieren.

So entstand ein Musikschatz, der bis heute nicht vollständig überschaubar ist und grenzübergreifend den bayerischen, österreichischen und schweizerischen Raum umfasst. Waren vor 400 Jahren Drehleier und Dudelsack die vorherrschenden Instrumente, so kam Anfang des 18. Jahrhunderts die Geige dazu. Mit dem Aufkommen von Militärkapellen wurden die Geigen dann von den Bläsern abgelöst. Harmonika und Hackbrett konnten sich erst im 20. Jahrhundert so richtig durchsetzen.

Heute wird meist in Formationen musiziert, die sich daraus ergeben, welche Instrumente gerade zur Verfügung stehen, wobei auch gerne experimentiert wird.

Für viele Musikkonsumenten ist Volksmusik altbacken und nicht mehr zeitgemäß. Damit tut man ihr absolut Unrecht, denn der Ursprung dieser Musik geht auf das Musizieren in den bäuerlich-dörflichen Gemeinschaften zurück und ist letztendlich ein Spiegelbild der sozialen Verhältnisse vor unserer modernen Neuzeit. Sie ist authentisch und kein Fest in den Ortschaften war ohne diese Musik denkbar. Und sie wird vielerorts auch heute noch gepflegt. Aus der Volksmusik schöpft auch die populäre Musik, die Popmusik.

Das Volkslied an sich, das seinen Namen von Gottfried Herder (1744-1803) erhielt, entstand, als sich im 18. Jahrhundert in den europäischen Ländern ein eigenes Nationalbewusstsein zu entwickeln begann. Da gab es landeseigene charakteristische Lieder. Der Begriff „Volkslied“ wird heute auch rückwirkend für Musik und Lieder aus dem Volk, bzw. Der Schicht der einfachen Menschen verwendet.

Regionaltypische Volksmusik

Weil sich die unterschiedlichen Gattungen der Volksmusik so schwer kategorisieren lassen, bezeichnet man sie oft nach der jeweiligen Herkunftsregion. Man spricht dann von einem „Kärntner-“ oder einem „Tirolerlied“, vom „Steirischen“ oder vom „Innviertler Landler“, vom „Pongauer Landler“, von der fränkischen Volksmusik, von den Holledauer Gstanzl'n, von den ursprünglich niederbayerischen Volksliedern und die Unterschiede zwischen Chiemgau und dem Oberland.