Gangkofener Wallfahrtszug 2014 (c) Rudi Bichlmeier, Gangkofen

"wie vor Allters, nach Alltnötting wallfarten ganngen" (Band 35)

Ein Beitrag zur Altöttinger Wallfahrtsgeschichte, dargestellt am Beispiel der traditionellen Gangkofener Fußwallfahrt

Gegenwartspraxis
Jedes Jahr wird es am 1. Mai kurz vor vier Uhr morgens auf dem Marktplatz zu Gangkofen unruhig. Aus den Straßen und Seitengäßchen strömen die Menschen her, es mögen an die zweihundert sein, mit leichtem Marschgepäck, festen Wanderschuhen und einer wind- und regenfesten Jacke, denn die Morgenfrühe kann noch recht eisig sein. Schlag vier Uhr treten aus der nahen Kirchensakristei Männer mit einem blumengezierten Vortragskreuz und Traglautsprechern. In die murmelnde Schar auf dem Marktplatz kommt Bewegung. Hinter dem Kreuzträger reihen sich die Wartenden zu Dreierreihen ein, dann beginnt der Vorbeter mit dem Rosenkranz, der Zug setzt sich langsam in Bewegung. Bis er den Ortsbereich verlassen hat, schließen sich an Straßeneinmündungen und aus den Haustüren tretend weitere Teilnehmer an. Ziel ist die Gnadenmutter zu Altötting, zu der sich die Pfarrei Gangkofen, Diözese Regensburg, alljährlich aufmacht, um - wie es heißt - ein altes Gelübde zu erfüllen.

So lange ein Ortsgeistlicher selbst an der Fußwallfahrt teilnahm - das war zuletzt unter Pfarrer Thomas Kratzer 2010 - bestand unterwegs Gelegenheit zur Beichte oder zu einem seelsorglichen Gespräch. Schon längst ist die Organisation der Wallfahrt in die Hände des Pfarrgemeinderates und einiger engagierter Katholiken übergegangen. Der zunehmende Straßenverkehr machte es notwendig, dass in genügendem Abstand vor dem Zug ein Auto mit eingeschalteter Warnblickanlage fährt und das Ende des Zuges mit Blinkleuchten abgesichert wird, um nahende Autofahrer rechtzeitig auf die Fußgängergruppe aufmerksam zu machen.

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