Auf den Spuren des Flussgoldes

Auf den Spuren des Flussgoldes

Bayern ist nicht Kalifornien. Ihre Berge und Flüsse enthalten nur bescheidene Goldvorkommen. Dennoch sind in früheren Zeiten viele ihrer Einwohner vom gelben Fieber befallen worden, jener Epidemie, die den Augen einen eigentümlichen Glanz verleiht, den Geist in eine phantastische Traumwelt versetzt und die physisch in einer merkwürdigen Besessenheit äußert., Löcher in den den Boden zu graben.

Auch in unseren Breiten suchten einst schon zu Zeiten der Römer und Kelten, vermutlich auch davor schon, Menschen nach dem begehrten Rohstoff. Sein goldgelber Glanz der nie zu verbleichen scheint zog Generationen in seinen Bann und begründete damit auch so manche Sagen und Mythen.

Am bekanntesten dürfte die Sage über das goldene Vlies sein. Sie entstammt aus der griechischen Mythologie und lässt sich mit dem Umstand erklären, dass im georgischen Raum Goldwäscher Schaffelle in Flüssen einsetzten um die feinen Goldpartikel heraus zu holen. Die mit Gold angereicherten Felle wurden anschließend verbrannt und die Asche mit sogenannten Waschpfannen ausgewaschen. Der Goldstaub kam dann zu den Goldschmieden, die daraus feinstes Geschmeide machten. Der Reichtum weckte natürlich Begehrlichkeiten und so entstand vermutlich auch die Sage des goldenen Vlieses was in Wirklichkeit ein goldhaltiges Schaffell war. Die Gestalt des bewachenden Drachens jedoch bleibt offen zu deuten.

Gold kommt entweder als Ader im Gestein vor oder als Seifen. Als Seifen bezeichnet man Mineralien die aus dem Gestein gelöst werden, zum Beispiel durch Verwitterung oder die mechanische Zerkleinerung des Gesteins in Flüssen, und sich in Bach- und Flussablagerungen anreichern. Gold hat mit seinem hohen spezifischen Gewicht von über 19 Gramm pro Kubikzentimeter und seiner Korrosionsbeständigkeit ideale Eigenschaften, damit es sich in Flussläufen anreichern kann. Hierbei spielt die Strämung eine besondere Rolle. Ändert sich die Strömung kann es zu sogenannten Goldseifen kommen. Bevorzugt hinter großen Felsen, Kuhlen oder auf der Innenseite von Flussbiegungen sind häufiger goldhaltige Sande zu finden.

Doch wo kommt das Gold her? Der Ursprungsort findet sich zumeist in den Gebirgen. In unserem Fall sind es die Hohen Tauern der Zentralalpen. Auch der Bayrische Wald ist in Betracht zu ziehen, spielt für unseren Landkreis jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Gold findet sich fast ausschließlich in Kristallingesteinen und kaum in Sedimentgesteinen wie den nördlichen Kalkalpen. Der weite Weg in unseren Landkreis kann mit drei gängigen Modellen erklärt werden.

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