Bäuerliche Wetterregeln aus unserer Heimat (Band 36)

Zur Heimat- und Volkskunde zählen zweifellos auch die bäuerlichen Wetterregeln. So haben sich im Laufe der Jahrhunderte durch intensive Beobachtung der Naturereignisse, der in den vier Jahreszeiten trotzdem stets so ziemlich gleich periodisch verlaufenden Witterung Erkenntnisse ergeben, die sich anfangs bei der bäuerlichen Bevölkerung mündlich verbreitete. Auch in Klöstern haben Mönche längst die Beobachtungen gemacht und zum Teil niedergeschrieben. Als schließlich durch die allgemeine Schulfpflicht ab Anfang des 19. Jahrhunderts das Lesen und Schreiben überall Eingang gefunden hat, hat sich auch ihren schriftlichen Niederschlag bei der bäuerlichen Bevölkerung gefunden, so mancher Bauer schrieb sich das von seinen Eltern und Großeltern oder auch Nachbarn diesbezüglich überkommene Wissen in seinen "Bauernkalender" oder in ein Notizbüchl ein. So haben sich diese Wetterregeln bis in unsere Zeit erhalten; Sie haben sich ja alljährlich auch meist so ziemlich zuverlässig bestätigt, so dass man sich wirklich als Regeln betrachten und glauben konnte, sich auch immer darauf verlassen zu können. (Man vergleiche auch den so genannten 100jährigen Kalender). Und wenn es einmal nicht so zutraf, wie es der Regel nach sein sollte, so war dies eben eine Ausnahme und "die Ausnahme bestätigt die Regel", wie ein altes Sprichwort sagt. So hoffte man, dass eben das nächste Mal die Regeln wieder zutreffen werden und hielt sich auch im Arbeitsablauf das Jahr über danach.

Für jeden Monat gibt es eine solche Wetterregel, die oft auch mit einem Heiligenfest in Verbindung steht. Sie blieb so bei der gläubigen bäuerlichen Bevölkerung besser im Gedächtnis.

Es gab Bauern, die fast alle gängigen Wetterregeln auswendig wussten. Die hauptsächlich vom ehemaligen, 1978 verstorbenen, Altötting Landrat, Kreisheimatpfleger und Heimatforscher Hans Schimmelbauer und zum Teil auch von mir gesammelten und nachstend wiedergegebenen Wetterregeln, ob in Poesie oder Prossa, stellen somit einen heimatkundlichen Beitrag dar, der für die Leserinnen und Leser von "Oettinger Land" sicherlich von Interresse sein dürfte.


Wetterregeln

Wächst das Gras im Januar, wächst's nicht mehr das ganze Jahr. (St.)

Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken (St.)

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