Der Alte Pfarrhof in Winhöring - (Band 34)

Geschichte und Geschichten um und aus einem der ehemals schönsten Ökonomiepfarrhöfe Bayerns

Einer "der ehemals schönsten Ökonomiepfarrhöfe Bayerns" - mit diesem Prädikat würdigten ihn Paul Werner 1993 in der Zeitschrift Charivari.
Auch heut noch, oder besser: heute wieder ist der barocke Pfarrhof ein ortsbildprägendes Schmuckstück im Zentrum von Winhöring.
Als Basis für das weitere Verständnis ist eine kurz gefasste Vorgeschichte der ehemaligen Hofmark Winhöring notwendig. Ohne diese und ohne Kenntnis der historischen Zusammenhänge bliebe vieles im Unklaren.

Vorgeschichte: Winhöring 800 Jahre in kirchlichem Besitz

Winhöring als päpstliches Patrimonium
Winhöring geht zurück auf den bajuwarischen Edeling Winiher (wini = Freund, her = Heergenosse) und gehörte im 8. Jahrhundert zum Herrschaftsgebiet der Agilolfinger.
Wohl in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde Uniniheringun mit zwei weiteren Orten, Antissina und Wuolinbach, dem Stuhl Petri in Rom geschenkt, vermutlich von Herzog Theodo II. anlässlich einer Pilgerreise nach Rom. Eine Schenkungsurkunde konnte bisher aber nicht gefunden werden. Fakt ist, dass Winhöring im 8. Jahrhundert schon in päpstlichem Besitz war.
Für die Päpste war Winhöring ein Sorgenkind, war es doch mit vielen Schwierigkeiten verbunden, an die Jahreseinkünfte heranzukommen, einmal wegen der großen Entfernung, zum anderen wegen kriegerischer Ereignisse, zum Beispiel der Ungarneinfälle um 900.
Bis 1014 blieb es päpstliches Patrimonium. Am Tag seiner Kaiserkrönung tauschte Heinrich II. mit Papst Benedikt VIII. wegen der günstigeren Lage und der damit verbundenen einfacheren Verwaltung Winhöring und die beiden anderen Orte gegen sein Königsgut Colle Calvus bei Terma im Herzogtum Spoleto.

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