Bernstein in Braunkohle von Duttendorf/Oberösterreich (Foto: Kilian S. Fleißner, Tüßling)

Der Bernstein von Burghausen - ein Blick in die Erdgeschichte - Teil 2 (Band 30)

Nachdem sich das Tethysmeer (=Ur-Mittelmeer) vor 17 Millionen Jahren aus unserem Gebiet zurückgezogen hat, bildeten sich brackige Bereiche, die immer mehr aussüßten und letztendlich verlandeten. Eine Flusslandschaft mit zahlreichen Seen und Sümpfen dominierte nun das Landschaftsbild. Die Flüsse sammelten nicht die Zuflüsse in einem schmalen Bett, sondern sie teilten sich in immer mehr Arme, die dadurch ein breites Flussdelta mit zahlreichen Inseln und Kiesbänken bildeten. Die damalige Landschaft unterlag einem stetigen Wechsel. Jedes Hochwasser konnte den Verlauf des Gewässers entscheidend beeinflussen. Ein guter Vergleich mit diesen Verhälntnissen bietet das Verlandungsdelta der Tiroler Ache in den Chiemsee. Die Flüsse lagerten enorme Massen an Geröll, welches aus den Alpen und dem Schwarzwald kommt, im Alpenvorland ab. Zwischen den einzelnen Flussläufen breiteten sich Laub- und Sumpfwälder aus, die durch Tümpel und Seen unterbrochen wurden. Elefantenähnliche Großsäuger (Dinotherium bavaricum, Gomphotherium) durchstreiften die Wälder auf der Suche nach Blättern und Rinden.

Im Bereich des Salzachsteilhangs zwischen Raitenhaslach und Burghausen können wir die Hinterlassenschaften dieser Zeit besonders gut beobachten...