Die Neuöttinger Innbrücke um die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (Band 29)

"Dem Herrn Mautgegenschreiber ist die Brücke zu jeder Zeit ein großer Schieß in den Augen."

Diese wenig schmeichelhafte Bemerkung findet sich in einem Schreiben der Stadt Neuötting an die kurfürstliche Hofkammer vom 27. Oktober 1646, also gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges. Sie beschwerte sich darin kritisch und wortreich, dass der Mautgegenschreiber (Wilhelm Schainbacher) in Abwesenheit des Herrn Mautner (Hans Georg Scheuhenast) die Brücke heimlich, also ohne Ankündigung, zum Teil abwerfen (=abbauen) und gebrauchsuntauglich hatte machen lassen. Darunter hätten besonders die armen Leute gelitten, die auf der Flucht vor den Schweden waren und in großer Zahl mit Weib, Kindern, Gesinde, Hausrat und Vieh vor der Brücke unter freiem Himmel lagerten und auf die Neuöttinger Seite des Inn zu kommen verlangten. Ein weiter und beschwerlicher Umweg über Mühldorf hätte ihnen nur zur Verfügung gestanden. Dabei sei diese Brücke doch erst vor drei Jahren mit kurfürstlicher Bewilligung und großen Unkosten neu erbaut worden!

Was war geschehen?

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