Die Regulierung der Alz vor rund 100 Jahren - ein Segen für das Alztal - (Band 34)

Bedrohungen durch Alzhochwasser

Seit der Besiedlung des Alztales hatten die Bewohner gegen die mächtigen und of verheerenden Hochwässer der Alz zu kämpfen. Nachdem die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die Bauernanwesen, meist kleine armselige Sölden und Häusln, immer näher an die reißende Alz herangerückt waren, wirkten sich die Schäden an Feldern, Wiesen und Gebäuden bei Überschwemmungen unso katastrophaler aus. Besonder der kleine Weiler Hirten (ursprünglich aus fünf Sölden bestehend) und die benachbarten Mühlen und Einöden bei Grassach waren durch das starke Mäandrieren des Flusses oft in ihrer Existenz gefährdet und die Bewohner kämpften ums Überleben.

Da verwundert es nicht, dass die Betroffenen bereits früh Bitten an die Obrigkeit schickten, um den Fluss in seine Schranken zu weisen. Besonders viele Akten aus dem 19. Jahrhundert zeugen in den Archiven vom ständigen Überlebenskampf der Anlieger gegen die Flussgewalt und von dem Flehen, den wilden Fluss zu zähmen, wie es bereits in anderen Teilen Bayerns der Fall war?

Erste Überlegungen zur Korrektion der Alz

Nachdem bereits 1815 eine sogenannte Kumulativ-Kommission der betroffenen Landgerichte Altötting und Burghausen an einer Korrektion der Alz mangels Geldmittel gescheitert war und ebenso die 1854 gegründete Gemeinschaft zur Regulierung des Alzflusses an der Finanzierung des Projektes zerbrach, wurden nach dem verheerenden Hochwasser von 1899 wieder Forderungen nach einer großen Regulierung des Alzflusses umso energischer vorgetragen?