Graf Tilly auf dem Totenbett

Die Tilly-Gruft - nicht immer ein "Ort der Einsamkeit der letzten Ruhe"

Was dem toten Tilly im Lauf der Jahrhunderte so alles widerfuhr.

Wenn von Mausoleen oder Grüften die Rede ist, spricht man oft von der "Vornehmen Einsamkeit der letzten Ruhe". Dass diese dem großen Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges und tiefgläubigen Marienverehrer Johann Tserclaes Graf von Tilly, gerade in seiner letzten Ruhestätte in der St. Peterskapelle der Altöttinger Stiftskirche nicht immer gegönnt war, davon soll hier die Rede sein. Anlass dazu gaben ein mir in Kopie vom Staatsarchiv Landshut zugeschickter, bisher völlig unbeachteter "Act der Königlichen Regierung des Unterdonau-Kreises, Kammer des Inneren, über den Leichnahm des Generals Grafen von Tilly in der ehemaligen Stiftskirche zu Altötting, Jahr 1823" und das fast gleichzeitige Erscheinen eines archäologischen Beitrages im SPIEGEL 24/2010 über das "Rätsel konservierter Adelsmumien" seit der frühen Neuzeit. Aber auch die völlig unverständliche Aufhebung des Tilly-Benefiziums und damit auch des seit "ewigen Zeiten" täglich um 7 Uhr morgens in der Gnadenkapelle gesungenen Tilly-Amtes durch den Passauer Bischof Wilhelm Schraml (siehe Amtsblatt für das Bistum Passau vom 30. Januar 2009/Nr. 7) spielte dabei eine Rolle. ...