Die einstigen Höfe beiderseits der Kirche: Links der "Lehner" (Neuberger), rechts der "Kyrer" (Wallner/Völkl), Aufnahme vor 1923 (Foto: Privat)

 

Die Töginger Höfe und Anwesen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert (Band 27)

In den letzten beiden Jahresfolgen des "Öettinger Land"  haben die Leser einiges über Besitzverhältnisse, Größen und Abgaben der Höfe und Anwesen des uralten einstigen Straßendorfes Töging a. Inn über die Jahrhunderte hinweg erfahren können. Bekanntlich hat sich aber das alte Ortsbild ab der Entstehung des Innwerks (Wasserkraftwerk), 1917, und dem Bau des ersten Ofenhauses der Aluminiumhütte (vormalige VAW), 1922, sowie vor allem durch die Verbreiterung und Begradigung der Ortsdurchfahrt in den 1960er und Anfang der 1970er Jahre entscheidend verändert. Stück um Stück fielen letzterer die alten bäuerlichen Anwesen entlang der heutigen Hauptstraße zum Opfer. Sie wurden zurückversetzt neu aufgebaut, ausgesiedelt oder zur Gänze aufgelassen. Um diese ortsgeschichtlich wichtigen Umbruchsphasen nicht der Vergessenheit anheimfallen zu lassen, scheint es eine Notwendigkeit zu sein, den historischen Häuserbestand gerade des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert bis in die Zeit um 1930 herein zu dokumentieren, vor allem die Zeit, in der der Industrieort immer größer wurde und sich sein Gesicht allmählich mehr und mehr veränderte. Hauptquellen für diese Erfassung sind alte Ortspläne, Grundsteuerkataster aus dem Staatsarchiv München von 1852 und 1910, Volkszählungslisten, sogenannte "Concurrenzrollen" zur Erhebung der steuerlichen Umlagen, Hausnummernverzeichnisse, Gewerbeanmeldungslisten und heimatkundliche Aufzeichnungen des 1. Töginger Pfarrers, Kaspar Marschall. Zum leichteren Verständnis und Verfolgenkönnen der Besitzerwechsel bei den einzelnen Höfen und Anwesen werden dem ausführlich behandelten Grundsteuerkataster von 1852 die Daten der späteren Verzeichnisse einschließlich der Angaben eines Hausnummernverzeichnisses der Gemeinde Töging a. Inn begonnen 1930 noch vor Einführung von Straßennamen, so weit möglich zugeordnet. Vor allem soll aber auch die einstige Lage der Güter und Anwesen festgehalten werden.

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