Das Arbeitslager in Unterschlottham

Ein Arbeitslager in Unterschlottham bei Altötting - (Band 33)

Wenigen Landkreisbewohnern dürfte noch bekannt sein, dass sich in den letzten Kriegsjahren 1943-45 in Unterschlottham bei Altötting ein Arbeitslager mit internierten Italienern befunden hat.

Der Verfasser erkundigte sich deshalb im Herbst 2010 diesbezüglich beim dortigen Altbauern Johann Hager nach einem Foto von der damaligen „Bockerlbahn“ (kleine Schmalspurbahn) nach Unterschlottham. Hager verneinte den Besitz eines Fotos, sprach aber davon, dass er ein Gemälde vom Arbeitslager besitze. Von diesem Gemälde wurde dann ein Fotoabzug gefertigt. Dieser war mit der Anlass für die Nachforschungen über das Arbeitslager, die Versorgungsbahn und die Gefangenenlager, damit dieser Teil der Heimatgeschichte von Altötting über Geschehnisse im Dritten Reich nicht in Vergessenheit gerät.

Die Aussagen von mehreren befragten Personen gaben deren Erinnerungen wieder. Eine leicht differierende Meinung weiterer Zeitzeugen war wegen des Zeitabstandes zu damals nicht immer vermeidbar. Auch gab es Wiederholungen durch zum Teil gemeinsame Erlebnisse. Es soll aber hier für den Leser, soweit möglich, das Gesamtergebnis vorgestellt werden. …

Nach den Befragungen der Zeitzeugen und dem besagten Gemälde ergab sich folgender Sachverhalt:
Das Arbeitslager befand sich nördlich der ehemaligen Kiesgrube Hager. Dazwischen lag der jetzt noch bestehende Wirtschaftsweg. Der Standpunkt des Malers des Bildes (Ernst Hähnel) war im Bereich des jetzigen Pavillons im Parkfriedhof oberhalb der ehemaligen Kiesgrube Straßer. Etwa 200 internierte Italiener waren hier im Einsatz. Die Firma Emil L u d w i g aus München stellte mit diesen zwangsverpflichteten Leuten Baumaterialien her. Die Verpflegung für die Arbeiter war schlecht. Diese versorgten sich nebenher von den umliegenden Bauern mit Lebensmittel, damit sie überleben konnten. Nach der Aussage von Annemarie Hager, Ehefrau des Altbauern Johann Hager, kamen nach dem Krieg immer wieder Fundamente der Lagerbauwerke beim  Bearbeiten der Felder zum Vorschein. Die ist auch heute noch der Fall. Die meisten dieser Fundamente wurden aber von der Eigentümerfamilie selbst herausgesprengt. …