Erinnerungstafel im Südflügel des Kreuzgangs (Foto: Wolfgang Hopfgartner)

Ein ungeklärter Mord im Kloster Raitenhaslach (Band 28)

Vor 250 Jahren wurde Pater Prior Georg Dunkl ermordet

Pater Prior Georg Dunkl wurde am 18. Januar 1698 in Donauwörth als Sohn des Kupferschmieds Johann und seiner Ehefrau Dorothea Dunkl geboren. Bei der Taufe erhielt er den Vornamen Johann-Sebastian. Nach seiner Schulzeit begann er am 7. November 1719 an der Universität in Salzburg das Studium. Zwei Jahre später, am 19. September 1721, legte er im Zisterzienserkloster Raitenhaslach unter Abt Emanuel I. Scholz, feierlich Profess ab und wurde am 22. September 1725 in Salzburg zum Priester geweiht. 1734 zum Subprior gewählt, bekleidete er das Amt des Pfarrvikars in der Klosterpfarrei Marienberg und ab 1737 das des Kuchlmeisters. In den Jahren 1735 bis 1737 und 1745 bis 1748 war er Vikar in Margarethenberg und von 1748 bis zu seinem Tod 1758 Vikar in Halsbach. Als Prior des Klosters wurde er von den österreichischen Truppen als Geisel nach Burghausen verbracht.

Bericht der Geiselnahme am 29. Oktober 1744 (Clm 1429, folio 233).

Übersetzung:
P. Georg Dunkl Prior und P. Benedikt Endorfer werden als Geiseln nach Burghausen gebracht, weil in Raitenhaslach die geforderte Geldsumme nicht bezahlt wurde. Abt (=Robert Pendtner) ält sich in Tittmoning auf. 1500 Gulden werden bezahlt, am 31. Oktober kehren die Geiseln zurück. Im November große Getreidelieferungen verlangt.

Am Fest der Heiligen Barbara 1758 wurde Prior Dunkl bei einem Konrollgang in der Klausur im Kreuzgang, in der Nähe des Refektoriums, gegen 8 Uhr abends von einem Unbekannten tödlich verletzt. Er verstarb am 5. Dezember um 1 Uhr morgens. Diese Mordtat fällt in die Regierungszeit des Abtes Abundus Tschan (23. März 1756 - 19. Januar 1759 = Todestag).

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