Eine Hinrichtung im alten Ötting

Eine Hinrichtung im alten Ötting (Band 38)

In den Annalen des ostfränkischen Reiches findet sich zum Jahr 899 in lateinischer Sprache folgender Eintrag:

"Tum vero multis temporibus inauditum scelus et, quod non opertuit, facinus de regina Outa divulgatum est ........

Dies lautet ins Deutsche übersetzt wie folgt:
"Damals ist wahrlich ein in vielen Zeiten unerhörtes Verbrechen und, was Außerordentlich war, über die Königin Outa eine Schandtat verbreitet worden, nämlich dass diese ihren Körper einer verführerischen und sündhaften fleischlichen Verbindung überlassen habe. Dies wurde in der Stadt Regensburg im Monat Juni bei einem Gericht der anwesenden Adeligen mit 72 Eideshelfern als abwegig erwiesen.

In der Zeit dieses großen und allgemeinen Gerichtstages in der Stadt Regenburg ist der König durch einen Schlaganfall entkräftet worden, nämlich dadurch, dass dem König etwas Schädliches von Männern und Frauen verabreicht worden war, damit er danach zu einem Gelähmten werde. Von diesen wurde einer Graman genannt, der als Angeklagter des Hochverrats überführt und deswegen in Ötting (= Altötting) enthauptet worden ist; der andere von diesen aber entzog sich durch Flucht und hielt sich in Italien verborgen und auch eine andere, eine Frau namens Roudpurc, die durch eine korrekte Untersuchung als Urheberin desselben Verbrechens ertappt erfunden worden war, fand den Tod, nachdem sie in Aibling an einem Marterholz aufgehängt worden war."

Ein Zusammenhang zwischen dem Giftanschlag auf den Kaiser und König Arnolf und einem Ehebruch, den dessen Gemahlin, die Kaiserin und Königin Outa, begangen hätte, konnte nicht bewiesen werden. Im Gegenteil: Der Kaiser selbst war von Outas Unschuld offensichtlich zutiefst überzeugt.

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