Das Geburtshaus Lankenspergers (c) Manfred Fischer, Mühldorf a. Inn

Johann Georg Lankensperger, Erfinder der modernen Kraftfahrzeug-Lenkung, geboren in Marktl/Inn (Band 35)

Hingebreitet am Ufer des Inns, kurz bevor dieser die oberbayerische Landschaft verlässt und sich in die niederbayerisch-österreichische Grenzregion ergießt, findet sich der kleine, beschauliche Ort Marktl. Den Innschiffern und Kaufleuten verdankt er einst sein Entstehen, wie auch die Symbole im Ortswappen, Schifferhaken und Streichmaß, erkennen lassen.

Sowohl die unmittelbare Lage am Wasser, was zweifellos einen in früherer Zeit regen Güterverkehr impliziert, als auch der von jeher bedeutende Flussübergang machten Marktl letztlich zu einer Ansiedlung, deren Nennung schon auf ganz frühen Karten (zum Beispiel Apians "Bayerische Landtafeln") zu finden ist. Darüber hinaus kann sich der Ort durchaus auch einer bescheidenen geschichtlichen Vergangenheit rühmen.

Schon seit frühester "Postkutschenzeit" führte eine der damals großen Magistralen oder Chausseen - auch als die "obere Wiener Post-Route" bezeichnet - von Wien kommend über Braunau, weiter durch Marktl und dann, via Hohenwart/Altötting, nach München und umgekehrt. Dabei wird manch seinerzeitiger Kutschen-Passagier beim Benutzen dieser Strecke den Ort Marktl in wohl eher unangenehmer Erinnerung behalten haben. Dann nämlich, wenn die Kutscher, oftmals mürrische, raue Gesellen, je nach persönlicher Laune und Höhe des "Trinkgeldes", statt der besser ausgebauten Hauptstraße in Richtung Burghausen (kurz vor Burghausen zweigte die Fahrt-Route ab in Richtung Hohenwart/Altötting/München), gleich hinter Marktl abbog und den kürzeren, aber äußerst unbequemen Weg über die "alte Poststraße" entlang des Alzhochufers, vorbei an Schützing, nach Hohenwart wählte. Dass man auf dieser Strecke ordentlich durchgerüttelt wurde, lässt sich selbst heute noch nachvollziehen. Hier jedenfalls zeigte sich, welchen Hochgenuss es bereiten konnte, ein widerstandsfähiges Sitzfleisch sein Eigen nennen zu können. Bei jenen Reisenden allerdings, die im Bereich dieser Körperpartie etwas "kraftlos" ausgestattet waren, blieb es dann auch nicht aus, dass manch derbe Missfallensäußerung dem Kutscher gegenüber, ihrer Kehle entschlüpfte.

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